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Ampel-Politiker gegen Meloni : Italien und der deutsche Zeigefinger

Im Mittelpunkt: Giorgia Meloni Anfang Oktober in Rom Bild: EPA

Europaabgeordnete von SPD, Grünen und FDP mischen sich in Italiens Regierungsbildung ein. In Rom kommt das gar nicht gut an – und die Beziehungen zu Deutschland sind ohnehin belastet.

          3 Min.

          Die Klage in Italien über einen deutschen „Putschversuch“ angesichts eines nicht genehmen Wahlverhaltens mag übertrieben sein. Dennoch dürften die italienischen Parlamentswahlen vom 25. September als jene in die Geschichte eingehen, bei denen die Nation mit dem notorisch erhobenen Zeigefinger sämtliche Vorurteile über sie so kraftvoll wie nie bestätigt hat.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Das vorerst letzte Kapitel dieser unheilvollen Beziehungsgeschichte ist der Brief dreier EU-Parlamentarier vom 4. Oktober an Manfred Weber (CSU), den Straßburger Fraktionsvorsitzenden und Parteichef der Europäischen Volkspartei (EVP). Unterzeichnet wurde das Schreiben von Parlamentsvizepräsidentin Katarina Barley (SPD), Daniel Freund (Grüne) und Moritz Körner (FDP). Die drei Vertreter der Berliner Regierungskoalition im EU-Parlament rufen Weber dazu auf, seinen Einfluss auf das italienische EVP-Mitglied Forza Italia geltend zu machen, damit Giorgia Meloni, Vorsitzende und Spitzenkandidatin der rechtskonservativen Partei Brüder Italiens, nicht zur neuen Ministerpräsidentin gewählt wird. Denn Meloni, so heißt es, vertrete „rechtspopulistische Positionen, die nicht mit europäischen Grundwerten vereinbar sind, die offen zur Diskriminierung von Menschen aufrufen und die die grausamsten Verbrechen in der europäischen Geschichte leugnen“.

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