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Schlacht um Kobane : Deutsche Außenpolitiker fordern Türkei zum Handeln auf

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Türkische Panzer an der Grenze zu Syrien Bild: dpa

Während sich der Belagerungsring des IS um Kobane schließt, fordern deutsche Politiker ein Eingreifen des türkischen Militärs. Amerikas Verteidigungsminister bezeichnet den Kampf gegen die Dschihadisten als schwierig und kompliziert.

          Angesichts der Kämpfe um die nordsyrische Stadt Kobane haben deutsche Außenpolitiker die Türkei zum Handeln aufgefordert. Der Erklärung der türkischen Regierung, sie werde nicht zusehen, wie Kobane durch den “Islamischer Staat“ (IS) zerstört werde, müssten Taten folgen, sagte SPD-Fraktionsvize Rolf Mützenich der „Welt am Sonntag“. 

          Unions-Fraktionsvize Andreas Schockenhoff (CDU) plädierte für stärkeren politischen Druck auf Ankara. „Die Nato muss auf ihren Partner Türkei einwirken“, forderte Schockenhoff im Gespräch mit der Zeitung. Der Einsatz von Bodentruppen müsse disktuiert werden. Grünen-Chef Cem Özdemir forderte die Bundesregierung dazu auf, den türkischen Botschafter einzubestellen.

          Schwieriger Kampf gegen den IS

          In Kobane kämpfen weiterhin kurdische Milizen gegen IS-Anhänger, die die Stadt einnehmen wollen. Die Lage ist unübersichtlich. Berichten zufolge werde die Stadt von drei Seiten aus angegriffen. Seit Freitag sollen die Terroristen versuchen die Verbindungsstraße zur Türkei einzunehmen. Im Falle eines Erfolges wären die kurdischen Kämpfer dann von der Versorgung abgeschnitten. Die Türkei weigert sich bisher jedoch, die Kurden militärisch zu unterstützen.

          Unterdessen melden die Amerikaner erste Erfolge bei ihren Luftangriffen gegen IS-Stellungen bei Kobane. Kämpfer seien zurückgedrängt worden, sagte der amerikanische Verteidigungsminister Chuck Hagel bei Staatsbesuch in Chile. Dennoch schließt die Regierung in Washington nicht aus, dass die Stadt in den kommenden Tagen fallen könnte. Der Kampf sei langfristig, schwierig und kompliziert, sagte Hagel.

          45 Tote durch Anschläge

          Die IS-Milizen sind auch im Irak weiterhin in der Offensive und destabilisieren das Land. Innerhalb Bagdads und der näheren Umgebung explodierten jedoch mehrere Bomben. Nach Polizei- und Krankenhausangaben sind dabei mindestens 45 Menschen getötet worden. Seit ihrer Offensive haben Kämpfer des IS immer wieder Anschläge in Bagdad verübt.

          Um den Vormarsch des IS zu bremsen, werden kurdische Peschmerga-Kämpfer nun auch von britischen Soldaten ausgebildet. Ein Spezialteam der britischen Streitkräfte sei in der Kurdenhauptstadt Erbil im Nordirak im Einsatz, teilte das Verteidigungsministerium in London mit.

          Die Peschmerga würden im Umgang mit schweren Maschinengewehren ausgebildet, die Großbritannien im September geliefert habe. Auch deutsche Bundeswehrsoldaten trainieren bereits kurdische Kämpfer in Erbil im Umgang mit deutschen Waffen.

          Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte unterdessen vor dem Antritt einer Reise nach Saudi-Arabien, das Königreich spiele im Kampf gegen den Islamischen Staat eine zentrale Rolle. Das gemeinsame Vorgehen gegen den IS, aber auch die Lage im Nahen Osten sollten wesentliche Themen seiner dortigen Gespräche sein.

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