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Deutsche Außenpolitik : In einer rauer werdenden Welt ist das Militär unersetzlich

Bundeswehrsoldaten nach dem Ende der Operation in Afghanistan am 27. August 2021 bei ihrer Ankunft in Wunstorf Bild: AFP

Angesichts von Europas Schwäche, der Zweifel an Amerikas Verlässlichkeit, Chinas Dominanzstreben und Russlands Sabotagepolitik braucht Deutschland eine andere außenpolitische Mentalität.

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          Nach dem Desaster des überhasteten militärischen Abzugs aus Afghanistan ziehen beteiligte Länder erste Lehren aus dem jahrzehntelangen Engagement und dessen unrühmlichen Ende. So hat der amerikanische Präsident Biden das Ende der „Ära großer Militäroperationen zur Umgestaltung anderer Länder“ verkündet. Man könnte auch sagen, die Vereinigten Staaten verabschieden sich von der Rolle des Weltpolizisten, weil sie die damit verbundenen Kosten, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn, nicht mehr zu tragen bereit sind. Dass es für diese Rolle keine angemessene Ersatzbesetzung gibt, steht auf einem anderen Blatt.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

          Europa wiederum möchte das peinliche Eingeständnis, dass man eine Evakuierungsmission wie die in Kabul niemals hätte alleine stemmen können, als Aufforderung verstehen, die militärische Handlungsfähigkeit der Europäischen Union zu stärken; wobei es um mehr geht als „nur“ darum, in der Lage zu sein, einen Rettungsauftrag auszuführen. Sicherheitspolitisch ist Europa weiter von den Vereinigten Staaten abhängig, die militärische Asymmetrie ist nach wie vor eklatant. Daher rückt wieder ins Zentrum der Diskussion, wie die eigenen Fähigkeiten so verbessert werden könnten, dass auch ein Handeln ohne Amerika möglich wird. Die Akzentsetzung „autonomes Handeln“ trifft freilich auf die Sorge, dass dadurch die Verbindungen zu Amerika erodieren könnten. Autonomes militärisches Handeln in einem größeren Konflikt allerdings wäre selbst dann eine Illusion, wenn die europäische Verteidigungsausgaben, so wie vereinbart, kräftig weiter wüchsen.

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