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Deutsche Afghanistan-Politik : Die islamistische Seuche eindämmen

  • -Aktualisiert am

Taliban führen einen „heiligen Krieg” Bild: picture-alliance/ dpa

Die deutsche Politik muss in Afghanistan ihren Teil zu dem Versuch beitragen, die islamistische Seuche im Mittleren Osten einzudämmen. Doch eine durchgreifende Bekämpfung des Dschihadismus verhindert die brisante Situation in Pakistan. Von Günther Nonnenmacher.

          In der Bundestagsdebatte über die Verlängerung des Isaf-Mandats der Bundeswehr waren neue Argumente nicht zu hören. Über das Thema ist schon so viel und so lange diskutiert worden, dass Außenminister Steinmeier (SPD) und Verteidigungsminister Jung (CDU) nur wiederholen konnten, was bekannt war und richtig bleibt: Es muss mit militärischen Mitteln verhindert werden, dass Afghanistan wieder zur Basis für den islamistischen Terrorismus wird; auch der dafür notwendige Aufbau des Landes kann nur gelingen, wenn er militärisch abgesichert wird.

          Das stimmt selbst dann, wenn eine Mehrheit der Bevölkerung sich vor solchen Einsichten drücken will. Die Linksfraktion kann auf dieser Stimmungswelle surfen. Neu ist, dass sich die Grünen - durch die Zusammenlegung von Isaf- und Tornado-Mandat zur Entscheidung gezwungen - von ihrem Ausflug in die Realitäten der internationalen Politik wieder verabschieden. Wie das die Spekulationen über künftige neue Koalitionen im Bund beeinflusst, wird sich noch erweisen.

          Rückzugsräume in Pakistan

          Stabilität in Afghanistan und eine durchgreifende Bekämpfung des Dschihadismus wird es jedoch nicht geben, solange die Taliban ihre Rückzugsräume in Pakistan behalten und die dortigen Trainingslager für Terroristen sowie die Al-Qaida-Zentrale in Süd-Waziristan existieren. Da ist guter Rat teuer.

          Es ist bekannt, dass Teile der pakistanischen Armee und ihres Geheimdienstes die Islamisten schützen, wenn nicht gar unterstützen. Der Generalspräsident Musharraf vollführt eine Gratwanderung zwischen der Sicherung seiner Machtbasis im Militär und seinem Bündnis mit Amerika im Antiterrorkampf.

          Welche Risiken das birgt, zeigt die Nachricht, dass Bin Ladin Musharraf den Krieg erklären wird. Offenbar verhandelt der General, der wieder zum Präsidenten gewählt werden will, derzeit mit der im Exil lebenden ehemaligen Regierungschefin Benazir Bhutto über eine Teilung der Macht.

          Die Unsicherheiten in Pakistan, einem Land, das über Nuklearwaffen verfügt, geben allen Anlass zu höchster Beunruhigung. Die deutsche Politik verfügt nicht über Hebel, mit denen sie die dortigen Entwicklungen beeinflussen könnte. In Afghanistan jedoch muss sie ihren Teil zu dem Versuch beitragen, die islamistische Seuche im Mittleren Osten einzudämmen.

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