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Gefangener Oleg Senzow : Die schwerste Sünde ist Angst

Prag: Ein Demonstrant protestiert mit einem Porträt des Regisseurs und einem Plakat mit der Aufschrift „Free Oleg Sentsov“ vor der russischen Botschaft. Bild: dpa

Während die Ukraine und Russland Gefangene hin und her schieben, bleibt der Ukrainer Oleg Senzow in der Haft. Russlands berühmtester Häftling steht im Hungerstreik. Er würde bis zum Äußersten gehen – für andere.

          6 Min.

          Es ist schwer, den Filmregisseur Oleg Senzow zu besuchen. Man müsste zunächst nach Moskau reisen und von dort dann zwei Stunden nach Nordosten fliegen. Am Flughafen der Stadt Salechard angekommen, würde man an das Ufer des Flusses Ob fahren. Von dort ginge es – da der Strom jetzt noch eisfrei ist – mit der Fähre nach Labytnangi auf der anderen Seite. Dann noch eine kurze Busfahrt, und man wäre fast am Ziel – an einem Ort, der nur eine einzige direkte Verbindung zur Welt hat: die Jamal-Pipeline, dank der in deutschen Küchen das Erdgas zischt und in Moskau der Rubel rollt.

          Gerhard Gnauck

          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.

          Aber auch jemand, der es bis Labytnangi schafft, hat kaum Aussicht, Senzow zu sehen. Der nämlich sitzt dort im Gefängnis, weil er etwas getan hat, was in Russland nicht verziehen wird: Er hat Präsident Wladimir Putin den Fehdehandschuh hingeworfen.

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