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Papst Franziskus über den IS-Terror : „Im Namen Gottes zu töten, ist ein schweres Sakrileg“

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IS-Kämpfer in Raqqa, Bild vom 14. Januar 2014 Bild: AP

Papst Franziskus findet bei seinem Besuch in Albanien deutliche Worte gegen den islamistischen Terror. Die Vorgänge in Syrien und im Irak seien „unmenschlich“. Die Albaner lobt er hingegen für ein konfliktfreies Miteinander der Religionen.

          Papst Franziskus hat während seiner ersten europäischen Auslandsreise nach Albanien religiös motivierten Terrorismus und Extremismus scharf kritisiert. „Niemand darf den Namen Gottes gebrauchen, um Gewalt auszuüben“, sagte der Pontifex am Sonntag in der Hauptstadt Tirana. „Im Namen Gottes zu töten, ist ein schweres Sakrileg! Im Namen Gottes zu diskriminieren, ist unmenschlich“, sagte das Kirchenoberhaupt in Anspielung auf Exzesse islamistischer Terroristen in Syrien und im Irak.

          In dem kleinen Balkanland lebt eine große Mehrheit von Muslimen. Nur 15 Prozent der rund drei Millionen Einwohner sind Katholiken. Zehntausende Menschen begrüßten den 77 Jahre alten Pontifex begeistert. Nach Auffassung des Papstes kann Albanien „für viele Länder zu einem Vorbild werden, an dem sie sich orientieren können“. Grund für dieses Modell sei das Zusammenleben von Muslimen, Katholiken und Orthodoxen ohne größere Konflikte.

          „Friedliches und fruchtbares Zusammenleben ist möglich“

          Dieses „kostbare Gut gewinnt eine besondere Bedeutung in dieser unserer Zeit, in der von extremistischen Gruppen das echte religiöse Empfinden verfälscht wird und die Unterschiede zwischen den verschiedenen Bekenntnissen verzerrt und instrumentalisiert werden“, sagte Franziskus. Albanien „beweist hingegen, dass das friedliche und fruchtbare Zusammenleben von Menschen und Gemeinschaften, die unterschiedlichen Religionen angehören, konkret möglich und machbar ist“.

          Papst Franziskus in Tirana

          Als zentrale Botschaft in mehreren Ansprachen sagte der Papst: „Niemand soll meinen, er könne sich hinter Gott verstecken, während er Gewalttaten und Übergriffe plant und ausführt“. Und weiter: „Niemand nehme die Religion zum Vorwand für seine Taten, die der Würde des Menschen und seinen Grundrechten entgegen stehen“. Diese Basisrechte seien „an erster Stelle das Recht auf Leben und auf Religionsfreiheit aller“.

          Das an der südlichen Adria gelegene Albanien wurde 1967 von den kommunistischen Machthabern zum ersten atheistischen Land erklärt. Bis zu Beginn der 90er Jahre wurden Moscheen und Kirchen geschlossen oder sogar zerstört. Geistliche und Gläubige wurden ins Gefängnis geworfen und ermordet.

          Franziskus nutzte in Tirana sein offenes Papamobil, obwohl es im Vorfeld Spekulationen über mögliche Anschlagversuche durch Islamisten gegeben hatte. „Der Papst fühlt sich wohl und sicher“, sagte Vatikansprecher Frederico Lombardi Radio Vatikan.

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