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Der Kreml und Nawalnyj : Durch den Hosenlatz enttarnt

Ein Bild aus dem von Alexej Nawalnyj veröffentlichten Video Bild: Reuters

Der Kreml behauptet, sich nicht mit dem von Alexej Nawalnyj verbreiteten Video beschäftigen zu können. Die Unterstellung „eines Symptoms nach Freud“ beweist das Gegenteil. Auch der Geheimdienst verwickelt sich in Widersprüche.

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          Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow verteidigt den russischen Inlandsgeheimdienst FSB: „Absolut unangebracht“ sei die Frage, ob Präsident Wladimir Putin den Agenten noch vertraue, beschied er russischen Journalisten am Dienstag. Der FSB schütze Russland vor „verschiedenen tödlichen Gefahren“, und „diese Rolle spielt er zweifellos sehr gut und sehr effizient“.

          Reinhard Veser

          Redakteur in der Politik.

          Nach den jüngsten Enthüllungen über den Nervengiftanschlag auf den Oppositionspolitiker Alexej Nawalnyj werden die professionellen Qualitäten des FSB im kremlkritischen Teil der russischen Öffentlichkeit allerdings sehr in Zweifel gezogen. In vielen Kommentaren werden Häme und Spott über den FSB-Männern ausgegossen, die beim Versuch, den wichtigsten Regimegegner des Landes zu ermorden, durch ihre mangelhafte Vorsicht so viele Spuren hinterlassen haben, dass sie von einer Gruppe von Investigativjournalisten des Portals „Bellingcat“ enttarnt werden konnten; aus manchen Äußerungen spricht indes auch Sorge über den Zustand des russischen Staates, wenn in einem von Geheimdienstlern errichteten und getragenen Regime sogar die Geheimdienste inkompetent zu agieren scheinen.

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