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Kosovo : Europas Armenhaus

  • -Aktualisiert am

Gut 20 Jahre nach dem Kosovokrieg zieht die Bundeswehr aus Prizren ab. Für viele Einheimische ist das eine Katastrophe. Denn sie verlieren ihre Jobs. Bild: Julia Egleder

Viele junge Kosovaren sehen keine Zukunft in ihrer Heimat. Sie suchen ihr Glück in Deutschland oder Österreich. Ihr Land blutet weiter aus. Doch es gibt auch Ideen, Fachkräfte im eigenen Land auszubilden.

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          Alba Salihu wird Ende des Jahres arbeitslos sein. Seit acht Jahren arbeitet die Kosovo-Albanerin als Physiotherapeutin im Bundeswehr-Feldlager in Prizren. Doch gut 20 Jahre nach dem Kosovo-Krieg ziehen die deutschen Soldaten nun ab. Einerseits ist das gut für das Kosovo, denn das Land ist befriedet. Für viele Einheimische bedeutet es andererseits aber auch eine Katastrophe. Denn sie verlieren ihren Job und werden in ihrem Land so schnell auch keinen finden. Das Kosovo mit seiner überdurchschnittlich jungen Bevölkerung ist noch immer Europas Armenhaus. Deshalb wird Alba Salihu den deutschen Soldaten folgen. Sie sucht sich einen Job in Deutschland.

          Die Mission im Kosovo gehört zu den vergessenen Einsätzen der Bundeswehr. Viel zu tun hatten die deutschen Soldaten zuletzt nicht mehr, sie haben vor allem sich und ihr Camp verwaltet. In „Bad Prizren“, wie die Soldaten das Feldlager am Rande der zweitgrößten Stadt im Kosovo scherzhaft nannten, plagten sich viele von ihnen vor allem mit Rückenschmerzen und Schulterverspannungen von der Schreibtischarbeit. Dann gingen sie zu Alba Salihu. „Die Soldaten haben eindeutig zu viel vor dem Computer gesessen“, sagt die Physiotherapeutin.

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