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Vereinigte Staaten : Israelischer Spion könnte nach 30 Jahren Haft freikommen

  • Aktualisiert am

Demonstranten in Israel fordern im März 2013 die Freilassung Pollards. Bild: dpa

Seit fast 30 Jahren sitzt Jonathan Pollard in den Vereinigten Staaten im Gefängnis, weil er für den israelischen Geheimdienst spioniert hatte. Nun könnte er entlassen werden – aus außenpolitischen Erwägungen?

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          Der seit 30 Jahren in den Vereinigten Staaten inhaftierte israelische Spion Jonathan Pollard könnte bald auf freien Fuß kommen. Im November könne seine Haftstrafe zur Bewährung ausgesetzt werden, teilte das amerikanische Justizministerium am Freitag mit.

          Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats sagte, die zuständige Bewährungskommission werde über den Fall gemäß den gängigen Verfahren entscheiden. Eine mögliche Freilassung stehe in keinerlei Zusammenhang mit außenpolitischen Erwägungen. Er widersprach damit Spekulationen, wonach eine Entlassung Pollards ein politisches Zugeständnis der Vereinigten sein könnte, um die Spannungen mit Israel wegen des Atomabkommens mit dem Iran abzubauen.

          Das „Wall Street Journal“ hatte über die mögliche Freilassung Pollards berichtet und dabei namentlich nicht genannte amerikanische Regierungsbeamte zitiert. Einige von ihnen hätten die Hoffnung geäußert, dass ein solcher Schritt die durch das Atomabkommen mit Iran belasteten Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Israel „glätten“ werde.

          Der in den Vereinigten Staaten geborene Pollard hatte beim Geheimdienst der amerikanischen Kriegsmarine als zivil angestellter Analyst Zugang zu hoch brisanten Unterlagen. Von Mai 1984 bis zu seiner Verhaftung im November 1985 übergab er dem israelischen Mossad viele tausend Dokumente mit Spionagematerial aus dem arabischen Raum. 1987 wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt. In Israel, dessen Staatsbürgerschaft Pollard 1996 erhielt, genießt er den Status eines Nationalhelden.

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