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Der Fall „DSK“ : Was vom Klagen übrig bleibt

Dominique Strauss-Kahn Bild: REUTERS

Die Staatsanwaltschaft will nicht mehr gegen Dominique Strauss-Kahn klagen, und die Franzosen sind froh, dass der ehemals beliebteste Politiker des Landes nicht in Amerika ins Gefängnis muss. Vorbei ist die „Affäre DSK“ damit noch lange nicht.

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          Wenn eine Affäre wie eine Seifenblase platzt, dann „macht sie pschitt“, wie die Franzosen sagen - wie beim Öffnen einer Mineralwasserflasche. Haben sich jetzt auch alle Vorwürfe gegen den früheren Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, mit der Einstellung des Strafverfahrens gegen ihn am Dienstag in Luft aufgelöst? Viele Franzosen jedenfalls, auch wenn sie sich eigentlich nicht zu seinem politischen Lager zählen, sind jedenfalls froh, dass ihr „DSK“ - der im Frühjahr noch beliebtester Politiker in Frankreich war - jetzt nicht als Gewaltverbrecher in den Vereinigten Staaten verurteilt wird. Der Vorsitzende der Regierungspartei UMP, Jean-François Copé, erklärte sich als „glücklich“ angesichts des nun eingestellten Verfahrens in New York. „Das war für ihn eine ausgesprochen harte juristische Bewährungsprobe“, sagte Copé am Dienstag im Radio.

          Christian Schubert
          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Doch vor allem in Strauss-Kahns eigenem, dem sozialistischen Lager herrschte am Dienstag Erleichterung vor. Sie sei sehr froh über das Ende des Prozesses in New York, sagte die Anwärterin auf die Präsidentschaftskandidatur, Martine Aubry, die in den vergangenen Wochen mehrfach mit Strauss-Kahn telefoniert hatte. „Wir müssen ihn jetzt wieder aufleben lassen“, sagte Aubry. Im Oktober wird sie sich den parteiinternen Vorwahlen für die Präsidentschaftskandidatur stellen. Ursprünglich hatte sie mit Strauss-Kahn vereinbart, dass nur einer von beiden in dieses Rennen gehen werde. Doch die Ereignisse des 14. Mai im Hotelzimmer 2806 des New Yorker Hotels Sofitel haben diese Absprache gegenstandslos gemacht.

          Das Netzwerk besteht weiter

          Ein Jahr vor einem Präsidentschaftswahlkampf kann keine politische Partei stillstehen, und daher mussten auch die Sozialisten mit ihrem Prozess zur Kandidatenauswahl fortschreiten. Die Frist zum Eintritt in die Vorwahlen ist verstrichen, und weil lange Zeit unklar war, ob Strauss-Kahn die Vergewaltigungsvorwürfe würde abschütteln können, hatte niemand ernsthaft eine Veränderung des Terminplanes gefordert. So steht fest, dass Strauss-Kahn nicht als Kandidat der Sozialistischen Partei in den Wahlkampf ziehen wird. Die Sozialisten wissen: Zu viel ist seit dem 14. Mai herausgekommen, was neutral zumindest als „Frauengeschichten“ bezeichnet werden könnte. Die seitdem herrschenden Zweifel an der Stabilität seines Charakters und die Hinweise auf impulsives Handeln lassen es als unmöglich erscheinen, ihn gegen Präsident Nicolas Sarkozy in den Wahlkampf zu schicken.

          Zumal die juristischen Auseinandersetzungen für DSK noch nicht beendet sind. Die Anwälte des Zimmermädchens Nafissatou Diallo haben einen Zivilprozess angestrengt, der sich noch über lange Zeit hinziehen könnte. Die Schriftstellerin Tristane Banon hat DSK zudem in Frankreich wegen versuchter Vergewaltigung angezeigt. Eine Verurteilung acht Jahre nach einer unterstellten sexuellen Aggression sei zwar sehr schwer zu begründen, schrieb kürzlich der „Canard enchaîné“, doch für negative Schlagzeilen wird diese Pariser Affäre weiter sorgen. „Die Affäre DSK fängt in Frankreich jetzt erst an“, kündigte der Anwalt von Banon am Dienstag an.

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