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Der Fall Chen : Eine überfällige Entschuldigung

  • -Aktualisiert am

China erwartet nun von den USA eine Entschuldigung. Bild: reuters

Es wäre ein Treppenwitz, würden sich die Amerikaner bei der chinesischen Führung dafür entschuldigen, in der Botschaft in Peking den Bürgerrechtler Chen Guangcheng aufgenommen zu haben. Peking wäre nun selbst an der Reihe.

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          Eine Entschuldigung, genaue Ermittlungen und die Bestrafung der Verantwortlichen im Falle Chen Guangchengs - so lautet die Forderung. Das könnte man alles sofort unterstützen, wäre die Forderung an den richtigen Adressaten gerichtet.

          Die wild gewordenen chinesischen Behörden, die - mindestens - mit Duldung höherer Stellen Chen nach Verbüßung einer Haftstrafe weiter drangsalierten und gegen chinesisches Recht verstießen, müssten sich in der Tat entschuldigen. Es müsste genau ermittelt, die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

          Aber die chinesische Machtlogik möchte eine Entschuldigung Amerikas dafür, dass die Botschaft in Peking den Verfolgten für einige Tage aufgenommen hat. Es wäre ein Treppenwitz, würde man dem nachgeben.

          Chen hat die Botschaft angeblich deshalb wieder verlassen, weil ihm Peking ein „sicheres“ Leben im Land zugesichert hat. Wie glaubwürdig diese Zusicherung war, offenbarte Chen später. Man habe mit der Tötung seiner Frau gedroht, wenn er die Botschaft nicht verlasse. Ist das „Rechtsstaatlichkeit“ in China?

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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