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Proteste in Ramallah : Zu wenig von allem

Auf den Dächern: Palästinenser protestieren in Ramallah gegen Trumps Nahostplan. Bild: dpa

Tausende gehen in Ramallah auf die Straßen, um gegen Trumps Nahost-Plan zu demonstrieren. Ihr Problem ist längst nicht, dass es in der Stadt kein frisches Obst mehr gibt.

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          Der Eisregen zieht in Muhammad Shillehs Obstgeschäft, er rieselt auf die großen israelischen Erdbeeren und auf die kleinen aus Gaza. Die Straßen sind fast leer, sogar die Schulen haben wetterbedingt geschlossen. Dann und wann huscht ein Kunde herein. Shillehs Früchte gehen zur Neige, aber nicht, weil seine Kunden in Ramallah plötzlich Geld übrig hätten. Israel hat die Einfuhr von Agrarprodukten aus dem Ausland in die palästinensischen Gebiete verboten. Und weil Israel sämtliche Zugänge kontrolliert, kann Shilleh nicht mehr aus der Türkei bestellen, einem seiner Hauptlieferanten. Es bleiben Gaza und Israel.

          Jochen Stahnke
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Hier beginnt sein Problem. Denn auch die palästinensische Behörde hat die Einfuhr israelischer Produkte verboten. Sollte er weiter Früchte aus Israel anbieten, drohe ihm ein Bußgeld der eigenen Behörden. Von zwölftausend Schekel sei die Rede, sagt Shilleh. Aber in Ramallah werde gerade viel dahergeredet. „Das wird vorübergehen, so wie alles andere bisher auch vorübergegangen ist.“

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