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Gesetzespläne in Frankreich : Demonstration gegen „künstliche Befruchtung für alle“

Demonstranten am Sonntag in Paris Bild: AFP

Zehntausende Menschen haben in Paris gegen ein Gesetzesvorhaben der Regierung protestiert, auch alleinstehenden Frauen und Lesben künstliche Befruchtung zugänglich zu machen. Kinder hätten das Recht auf einen Vater, heißt es.

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          Zehntausende Franzosen sind am Sonntag in der Hauptstadt gegen eine geplante Reform des Gesetzes zur künstlichen Befruchtung auf die Straße gegangen. Der „Marsch für die Kinder“ („marchonsenfants“) richtet sich gegen das Gesetzesvorhaben der Regierung, die künstliche Befruchtung für alle, auch alleinstehende Frauen und lesbische Paare einzuführen.

          Michaela Wiegel
          (mic.), Politik

          Männer würden auf diese Weise zu Samenspendern degradiert, befürchtet Ludovine de la Rochère von der „Demo für alle“, die zu den Organisatoren des Protestmarsches zählt. Die Organisatoren stammen aus dem katholischen Verbandsmilieu und haben bereits bei den Protesten gegen die Einführung der Homo-Ehe neuen Zulauf erhalten. Sie sei gegen eine Gesellschaft, in der für Kinder von vornherein kein Vater vorgesehen sei, sagte De la Rochère.

          Vom Senat bis zum Platz des 18. Juni nahe des Bahnhof Montparnasse zogen die Demonstranten und schwenkten dabei rote, grüne und gelbe Fahnen, auf denen „Freiheit, Gleichheit, Vaterschaft“ zu lesen war. Die Demonstranten waren auf der Hauptstrecke so zahlreich, dass Umgehungsstraßen für sie freigegeben werden mussten. Die Regierung hatte gehofft, dass es sechs Jahre nach den großen Protestkundgebungen gegen die Homo-Ehe nicht gelingen würde, die Bürger von neuem zu mobilisieren. Aber ein in letzter Minute in der Nationalversammlung eingeführter Änderungsantrag hat die Gegner der „künstlichen Befruchtung für alle“ aufgebracht. Obwohl die Regierung wiederholt versichert hat, dass Leihmütter in Frankreich verboten bleiben, sieht der Änderungsantrag vor, die Hürden für ausländische Leihmütter abzubauen.

          So ist vorgesehen, dass im Ausland von Leihmüttern ausgetragene Kinder französischer Samenspender automatisch standesamtlich als Franzosen registriert werden können. Bislang war dies nur nach einer genauen Einzelfallprüfung möglich, die sich oftmals über Jahr hinzog. Die Gegner der Gesetzesnovelle fühlten sich dadurch in ihrem Verdacht bestärkt, dass die Macron-Regierung die traditionellen Definitionen von Vaterschaft und Mutterschaft zerstören wolle.

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