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Katalonien : Separatisten gehen für Referendum auf die Straße

  • Aktualisiert am

Demonstranten tragen Flaggen Kataloniens durch die Straßen Barcelonas. Bild: dpa

Hunderttausende Katalanen sind in Barcelona für eine Unabhängigkeit ihrer Region von Spanien auf die Straße gegangen. Trotz des Verbots durch das spanische Verfassungsgericht wollen sie bald über die Loslösung abstimmen.

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          Hunderttausende Menschen haben am Montag für die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien demonstriert. Bei dem Marsch am Diada-Feiertag schwenkten sie rot-gelb-gestreifte Fahnen und trugen Banner mit Aufschriften wie „Wir werden ein freies Land sein“ und „Voller Hoffnung“ mit sich. Die Demonstranten zeigten sich entschlossen, trotz des Verbots durch das spanische Verfassungsgericht über die Loslösung Kataloniens abzustimmen.

          „Wir hoffen, dass wir das Referendum in völliger Normalität abhalten können, weil es in einer Demokratie normal ist, wählen zu können“, sagte German Freixas, der mit seiner Familie an der Demonstration teilnahm. Der Feiertag erinnert an den Fall der Stadt 1714 im Spanischen Erbfolgekrieg. Weder Polizei noch die Organisatoren der Demonstration legten zunächst eine genauere Schätzung der Teilnehmerzahlen vor.

          Der Chef der katalanischen Regionalregierung, Carles Puigdemont, sagte, das für den 1. Oktober geplante Referendum werde ungeachtet der Kosten abgehalten werden. „Es ist keine Option, dass die Abstimmung gestoppt wird“, sagte er. „Es sind noch 20 Tage, und wir haben schon jetzt viele Hürden überwunden.“ Das spanische Verfassungsgericht hat das Referendum allerdings ausgesetzt. Gegen Puigdemont wurde Anklage wegen Veruntreuung öffentlichen Geldes, Ungehorsam und Amtsmissbrauch in Zusammenhang mit der Organisation des Referendums erhoben. Er sagte, er sei bereit, ins Gefängnis zu gehen. Eine Mehrheit der Bürgermeister in Katalonien erklärte, ihre Räumlichkeiten für das Referendum zur Verfügung zu stellen. In Umfragen ist zuletzt die Zustimmung zu einer Unabhängigkeit Kataloniens gesunken.

          Im November 2014 hatten die Katalanen trotz eines gerichtlichen Verbots in einer inoffiziellen Volksabstimmung mehrheitlich für die Loslösung von Spanien votiert. Das Referendum hatte allerdings keine rechtlich bindende Wirkung. Das von Unabhängigkeitsbefürwortern kontrollierte Abgeordnetenhaus in Barcelona hat inzwischen ein Gesetz verabschiedet, das den rechtlichen Rahmen für die Gründung eines eigenen Staates schaffen soll. Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte das Verfassungsgericht angerufen, um das Referendum für illegal erklären zu lassen.

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