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Demonstration ekalierte : Zwei Tote bei Ausschreitungen in Prishtina

Lokale und ausländische Polizei setzte Tränengas bei den Ausschreitungen ein Bild: REUTERS

Während einer Demonstration von Kosovo-Albanern gegen die überwachte Unabhängigkeit kam es zu Auseinandersetzungen der Demontranten mit der Polizei. Dabei wurden Dutzende Menschen verletzt, einige von ihnen schwer.

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          In Prishtina sind am Wochenende nach Zusammenstößen lokaler und ausländischer Polizeieinheiten mit kosovo-albanischen Demonstranten zwei Personen an den Folgen ihrer Verletzungen gestorben. Mehrere Dutzend weitere wurden nach Angaben aus der kosovarischen Hauptstadt verletzt, einige von ihnen schwer. Kosovos Regierungschef Çeku sagte eine geplante Reise nach China ab.

          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Zu den Ausschreitungen kam es, nachdem einige Demonstranten von der Polizei errichtete Barrikaden vor den Gebäuden der provisorischen Regierung in der nach Unabhängigkeit von Serbien strebenden Provinz durchbrechen wollten. Zuvor hatten mehrere tausend Kosovo-Albaner friedlich gegen den Kosovo-Plan des UN-Vermittlers Ahtisaari demonstriert, der eine von der Staatengemeinschaft überwachte Unabhängigkeit des Kosovos vorsieht.

          Steine und Sprengkörper auf die Polizisten

          Später hätten einige Randalierer jedoch Steine und Sprengkörper auf die Polizisten geschleudert sowie UN-Fahrzeuge beschädigt. Nach Augenzeugenberichten setzten die ausländischen Polizisten, Einheiten vor allem aus der Ukraine und Polen, daraufhin Tränengas und Gummigeschosse ein. Die UN-Polizei sei gezwungen worden, „defensive Maßnahmen zur Wiederherstellung der Ordnung zu ergreifen“, wurde ein UN-Sprecher zitiert. Wie es zu den tödlichen Verletzungen kam, blieb am Sonntag zunächst unklar.

          Die Demonstration fingt zunächst friedlich an
          Die Demonstration fingt zunächst friedlich an : Bild: REUTERS

          Zu den Protesten hatte die Organisation „Vetevendosja“ (Selbstbestimmung) des extremen Populisten Albin Kurti aufgerufen, der sich gegen jegliche Verhandlungen und Kompromisse mit Serbien in der Statusfrage ausspricht und die ehemaligen Führer der kosovo-albanischen Freischärlerarmee UÇK beschuldigt, sich nach dem Krieg der Nato gegen Serbien 1999 schamlos bereichert und die Ideen des „Freiheitskampfes“ verraten zu haben. Kurti wurde nach den Ausschreitungen verhaftet.

          Statusfrage des Kosovos

          Der russische Präsident Putin bekräftigte unterdessen auf der Münchner Sicherheitskonferenz die russische Position, dass sein Land eine Lösung der Statusfrage des Kosovos, die nicht bei Serben und Albanern Akzeptanz finde, nicht unterstützen werde. Nur die Kosovaren und die Serben könnten wissen, was gut für sie sei, sagte Putin am Samstag in München: „Lassen Sie uns nicht Gott spielen und alle ihre Probleme lösen. Wir können nur Hilfe anbieten.“

          Bundeskanzlerin Merkel forderte die Staatengemeinschaft zu „höchster Sensibilität“ im Umgang mit Belgrad auf. Doch könne eine Lösung der Kosovo-Frage nicht „bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag“ aufgeschoben werden. Die EU-Außenminister werden an diesem Montag über den Ahtisaari-Plan sowie die Frage einer Wiederaufnahme der eingefrorenen Assoziierungsverhandlungen mit Serbien beraten.

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