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Demonstration der Macht : Amerika schickt Flugzeugträger nach Korea

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Der amerikanische Flugzeugträger USS Carl Vinson ist im westlichen Pazifik unterwegs. Bild: AFP PHOTO / US NAVY / MC2 Sean M. Castellano

Nach dem Raketenangriff auf Syrien setzt Washington auch an einem anderen Krisenherd auf militärische Stärke. Droht der Streit um das nordkoreanische Atomprogramm zu eskalieren?

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          Vor dem Hintergrund des nordkoreanischen Atomprogramms hat die amerikanische Armee eine Flugzeugträgergruppe in Richtung der Koreanischen Halbinsel entsendet. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, um die Präsenz und Bereitschaft in der westlichen Pazifikregion zu stärken, sagte ein Sprecher. Die Maßnahme dürfte die Spannungen in der Region weiter verschärfen; Washington hatte zuletzt mit einem Alleingang gegen Nordkorea gedroht.

          Die größte Bedrohung in der Region stelle nach wie vor Nordkorea durch sein „rücksichtsloses, unverantwortliches und destabilisierendes“ Raketen- und Atomprogramm dar, sagte Dave Benham vom amerikanischen Kommando in der Pazifikregion. Zu der Flugzeugträgergruppe gehören die USS Carl Vinson der Nimitz-Klasse, ein Kampfflugzeug-Geschwader, zwei Lenkwaffenzerstörer und ein Kreuzer.

          Route verändert

          Ursprünglich sollten der Flugzeugträger und seine Begleitschiffe in Australien Halt machen. Stattdessen legte die Gruppe in Singapur ab und nahm Kurs gen Norden. Die Trägergruppe war Anfang Januar von San Diego in den Westpazifik aufgebrochen und hatte seitdem Übungen mit japanischen und südkoreanischen Schiffen abgehalten sowie im umstrittenen Südchinesischen Meer patroulliert.

          Nordkorea unterhält trotz umfassender Sanktionen seit Jahren ein Atomwaffenprogramm. Seit 2006 hat das Land insgesamt fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Experten gehen anhand von Satellitenaufnahmen davon aus, dass derzeit ein sechster Test vorbereitet werden könnte.

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          Zugleich arbeitet die Führung in Pjöngjang an der Entwicklung von Langstreckenraketen. Amerikanischen Geheimdienstbeamten zufolge könnte Pjöngjang in weniger als zwei Jahren einen Atomsprengkopf entwickeln, der das amerikanische Festland erreichen könnte.

          Amerikas Präsident Donald Trump hatte zuletzt gedroht, sein Land sei notfalls zu einem Alleingang bereit, wenn China im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm nicht den Druck auf Pjöngjang erhöhe. Angesichts seines jüngsten Angriffs auf eine syrische Luftwaffenbasis als Reaktion auf einen mutmaßlichen Giftgas-Angriff vor wenigen Tagen erscheinen die Drohungen gegen Nordkorea zunehmend glaubhafter.

          Nordkorea wiederum hatte gedroht, zu einem „erbarmungslosen Schlag“ bereit zu sein, falls das Land von den Vereinigten Staaten provoziert werde. Die Führung in Pjöngjang hatte zuletzt den Raketenangriff in Syrien mit scharfen Worten kritisiert und als Beleg für die Notwendigkeit seines eigenen Atomprogramms bezeichnet. Die „Wirklichkeit“ zeige, „dass wir Stärke mit Stärke gegenübertreten müssen“, hieß es von Außenministerium in der nordkoreanischen Hauptstadt.

          Analysten hatten erklärt, der Luftangriff in Syrien habe eine klare Botschaft an Nordkorea enthalten, dass Amerikas Regierung nicht vor einer militärischen Option zurückschrecke.

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