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Demonstrant hingerichtet : Deutschland bestellt iranischen Botschafter ein

  • Aktualisiert am

Außenministerin Annalena Baerbock bei einer Pressekonferenz im Auswärtigen Amt Bild: dpa

Erstmals seit Beginn der Proteste in Iran vor drei Monaten wurde ein Todesurteil gegen einen Demonstranten vollstreckt. Außenministerin Baerbock wirft der Führung in Teheran deshalb „Menschenverachtung“ vor.

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          Nach der ersten Hinrichtung eines Demonstranten seit Beginn der Proteste in Iran vor fast drei Monaten hat Deutschland den iranischen Botschafter einbestellt. Das teilte das Auswärtigen Amt am Donnerstag mit. Weitere Details wurden zunächst nicht genannt.

          Der Mann wurde am Donnerstag hingerichtet. Der 23-Jährige soll im September laut iranischer Justiz bei einer Straßenblockade in Teheran ein Mitglied der paramilitärischen Basidsch-Milizen verletzt haben. Ein Revolutionsgericht in Teheran hatte Mohsen Schekari der Justizbehörde zufolge wegen „Kriegsführung gegen Gott“ verurteilt – dieser Vorwurf ist einer der schwersten Straftatbestände des iranischen Rechts.

          Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) warf der Führung in Teheran nach Vollstreckung des Todesurteils „Menschenverachtung“ vor. Schekari sei in „einem perfiden Schnellverfahren“ abgeurteilt und hingerichtet worden, „weil er anderer Meinung als das Regime war“.

          Iran wird seit dem Tod der jungen Kurdin Mahsa Amini am 16. September von Protesten erschüttert. Die 22-Jährige war drei Tage nach ihrer Festnahme durch die Sittenpolizei wegen eines nicht ordnungsgemäß getragenen Kopftuchs gestorben. Aktivisten werfen der Polizei vor, die junge Frau misshandelt zu haben.

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