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Demokratiebewegung „Hirak“ : Bekannter algerischer Aktivist in Polizeigewahrsam

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Seit dem Frühjahr geht die Protestbewegung wieder auf die Straße - hier in Algier am 26. März. Bild: AFP

Karim Tabbou gilt als eine der Schlüsselfiguren der algerischen Protestbewegung „Hirak“, die Machthaber Bouteflika aus dem Amt trieb und mit dem alten System brechen will.

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          Der bekannte algerische Demokratieaktivist Karim Tabbou ist nach Angaben seines Anwalts in Gewahrsam genommen worden. Der 47 Jahre alte Politiker, der als eine der Schlüsselfiguren der Protestbewegung „Hirak“ gilt, sollte am Donnerstag einem Staatsanwalt vorgeführt werden, wie sein Anwalt Me Ali Fellah Benali am Mittwoch im Internet mitteilte.

          Tabbou war nach einer Vorladung am Mittwoch auf einer Polizeiwache erschienen. Hintergrund war eine Beschwerde, die der Präsident des nationalen Menschenrechtsrats (CNDH), Bouzid Lazhari, gegen den Aktivisten eingereicht hatte.

          Tabbou gehört zu den prominentesten Vertretern der „Hirak“-Bewegung. Im vergangenen Jahr war er zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Seit Ende Februar gehen Anhänger der Bewegung wieder jeden Freitag auf die Straßen. Zuvor waren die Demonstrationen wegen der Corona-Pandemie über Monate zum Erliegen gekommen.

          2019 hatten die „Hirak“-Proteste zum Sturz des damaligen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika geführt. Die Demonstranten fordern eine komplette Neuausrichtung des politischen Systems, wie es nach der Unabhängigkeit Algeriens von Frankreich 1962 eingeführt worden war, sowie ein Ende der Dominanz der Armee.

          Vor dem Hintergrund der wieder aufgeflammten Proteste hatte Präsident Abdelmadjid Tebboune im März eine vorgezogene Wahl am 12. Juni angekündigt. Regulär hätte die Parlamentswahl in dem nordafrikanischen Land im kommenden Jahr stattfinden sollen. Tebboune, der unter Bouteflika Regierungschef gewesen war, war Ende 2019 in einer von der Opposition und der „Hirak“-Bewegung boykottierten Wahl zum Staatschef gewählt worden.

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