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Biden dominiert „Super Tuesday“ : „Ich bin nicht tot. Ich bin zurück“

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Joe Biden am Dienstagabend mit seiner Frau in Los Angeles Bild: AP

Der „Super Tuesday“ im amerikanischen Vorwahlkampf ist für Joe Biden gut gelaufen. In acht von 14 Staaten hat er gewonnen. In Kalifornien sieht es gut für seinen Konkurrenten Bernie Sanders aus.

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          Bei den Vorwahlen der Demokraten in Amerika hat der ehemalige Vizepräsident Joe Biden am sogenannten Super Tuesday in acht von 14 Bundesstaaten gesiegt. Biden landete laut Prognosen in Virginia, North Carolina, Alabama, Tennessee, Oklahoma, Minnesota, Arkansas und Massachusetts vorne.

          Biden zeigte sich am Wahlabend glücklich über die Ergebnisse: „Das ist ein guter Abend“, sagte er vor Anhängern. „Und es scheint, dass es sogar noch besser wird.“ Sein Comeback kommentierte Biden mit den Worten: „Sie haben mich noch nicht beerdigt, ich bin nicht tot. Ich bin zurück.“ Der 77 Jahre alte Politiker hatte bei den ersten beiden Vorwahlen im Februar in Iowa und New Hampshire noch miserabel abgeschnitten, sich dann aber gefangen. Am vergangenen Samstag gewann er die Abstimmung in South Carolina. Danach bekam der einstige Stellvertreter von Präsident Barack Obama weiteren Aufwind: Kurz vor dem Super-Dienstag stellten sich die ausgeschiedenen Bewerber Pete Buttigieg, Amy Klobuchar und Beto O'Rourke hinter ihn. Damit vereinte sich das moderate Demokraten-Lager zunehmend hinter Biden – was sich jetzt auch an den Wahlurnen niederschlug.

          Derweil gewann der linksgerichtete Senator Bernie Sanders amerikanischen Medien zufolge neben seinem Heimatstaat Vermont auch in Colorado und Utah. Auch in Kalifornien, wo allein 415 Delegierte verteilt werden, liegt Sanders laut Nachwahlbefragungen vorne. Dessen Wahlkampfteam erklärte Sanders in einer E-Mail an Unterstützer zum Gewinner in Kalifornien. „Wir haben immer gesagt, dass die Nacht besser wird, je weiter sie voranschreitet, und unser Sieg in Kalifornien ist groß“, schrieb Wahlkampfmanager Faiz Shakir. Auch Sanders selbst zeigte sich am Wahlabend siegessicher: Er habe absolutes Vertrauen in seinen Sieg, sagte der Senator vor jubelnden Anhängern.

          Der Superwahltag ist im Präsidentschaftsrennen der Demokraten von zentraler Bedeutung. Abgestimmt wurde in 14 Bundesstaaten. Vergeben werden rund ein Drittel der Delegierten, die bei einem Parteitag im Juli über den Herausforderer von Präsident Donald Trump entscheiden – 1357 von insgesamt 3979.

          Der Präsident kommentierte das Abschneiden der demokratischen Kandidaten auf Twitter. „Mini Mike Bloomberg“ sei der größte Verlierer des Abends, schrieb der amerikanische Präsident auf dem Kurznachrichtendienst. Dieser habe 700 Millionen Dollar vergeudet und nichts gewonnen, lediglich seine Reputation zerstört. Außerdem könne Elizabeth Warren, nachdem sie ihren Heimatstaat verloren hat, sich nun zurücklehnen „und ein schönes kaltes Bier mit ihrem Mann“ genießen, so Trump.

          Der Medienmilliardär Bloomberg, der die ersten vier Vorwahlen ausließ, stieg erst zum Super Tuesday in die Vorwahlen ein. Er hat Hunderte Millionen Dollar in den Wahlkampf gesteckt. Prognosen sahen ihn aber zunächst nur im Außengebiet Amerikanisch-Samoa als Sieger, in dem am Dienstag ebenfalls gewählt wurde. Der Sender NBC berichtete sogar, Bloomberg werde nach New York zurückfliegen und mit seinen Beratern überlegen, ob es sich lohnt, weiter im Rennen zu bleiben.

          Einer Nachwahlbefragung von Edison Research zufolge ist das wichtigste Kriterium für die Mehrheit der Wähler bei den Demokraten die Fähigkeit eines Bewerbers, Donald Trump bei der eigentlichen Abstimmung im November schlagen zu können. Nachrangig sei dagegen, ob der Kandidat die eigenen Werte teile.

          Präsident Donald Trump gewann unterdessen die Vorwahlen der Republikaner in Vermont, North Carolina, Alabama, Oklahoma, Massachusetts, Tennessee, Arkansas, Texas und Colorado. Er ging allerdings mehr oder weniger ohne Konkurrenz ins Rennen.

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