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Zweite Debatte der Demokraten : Übernehmen die Jungen die Initiative?

  • -Aktualisiert am

Die TV-Debatte der Demokraten im Juni 2019 Bild: dpa

Am Dienstag und Mittwoch treffen zwanzig Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten abermals aufeinander. Für viele Kandidaten könnte es die letzte Debatte sein.

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          Wieder gibt es zwei Debatten, und wieder haben die Kandidaten nur wenige Minuten Zeit, um ihre politischen Konzepte vorzustellen. In Detroit treffen zum zweiten Mal die Bewerber für die demokratische Präsidentschaftskandidatur aufeinander. Durchs Los gemischt, aber nicht völlig dem Zufall überlassen sind die Gruppen – bei der Auslosung hat die Partei darauf geachtet, dass nicht nur Umfrage-Spitzenreiter zusammenkommen.

          Bei dem diesmal von CNN übertragenen Showdown kommt es am Dienstag zu einer Premiere: Bernie Sanders und Elizabeth Warren, die beiden profiliertesten linken Kandidaten, treffen aufeinander. Der parteilose Senator aus Vermont und seine Kollegin aus Massachusetts dürften einander allerdings nicht sehr hart angehen. Ihre Programme sind sehr ähnlich und beide verstehen sich persönlich gut. Bevor sie ihre Kandidatur für 2020 erklärten, trafen sie sich, um ihr Vorgehen abzusprechen. Sanders und Warren könnten dennoch versuchen, Unterschiede in Einzelfragen deutlich zu machen, wenn es etwa um die Finanzierung einer gebührenfreien College-Ausbildung geht.

          Viele Beobachter erwarten, dass sich am ersten Tag der Debatte besonders die prominentesten jungen Kandidaten, Pete Buttigieg und Beto O'Rourke, voneinander und von den anderen Bewerbern absetzen wollen. Buttigieg, Bürgermeister von South Bend in Indiana, war in den vergangenen Monaten sehr erfolgreich beim Spendensammeln. Er nahm im zweiten Quartal fast 25 Millionen Dollar ein, landet in den meisten Umfragen aber nur zwischen vier und sechs Prozent. O'Rourke, 2018 knapp unterlegener Senatskandidat aus Texas, schien in den vergangenen Wochen weniger Begeisterung hervorzurufen als noch Anfang des Jahres. Zwischen zwei und vier Prozent der als Demokraten registrierten Wähler unterstützen ihn.

          Beide könnten vor allem Wählern gefallen, die einen deutlichen Generationswechsel wollen – Buttigieg ist 37, O'Rourke 46 Jahre alt. Besonders Buttigieg steht für eher Arbeitgeber-freundliche Positionen und sammelt, anders als mehrere andere Kandidaten, auch Spenden von Unternehmen. Viele sehen ihn als eine Art moderne, junge Alternative zu dem ehemaligen Vizepräsidenten Joe Biden, der moderate Demokraten und Wechselwähler ansprechen soll. Um die wirbt auch Senatorin Amy Klobuchar aus Minnesota, die in dieser Debatte versuchen muss, sich stärker von den anderen Kandidaten abzuheben, als ihr das bisher gelang.

          Kampf um den Verbleib im Rennen

          An beiden Tagen wird es für die bisherigen Umfragen-Favoriten darum gehen, ihre Position auszubauen – und die am unteren Ende des Feldes müssen ihren Verbleib im Rennen mit ihren Auftritten rechtfertigen. Der ehemalige Gouverneur von Colorado, John Hickenlooper, der Abgeordnete Tim Ryan aus Ohio und sein ehemaliger Kollege John Delaney aus Maryland gehören alle zum moderaten Flügel der Partei. Sie setzen auf die Bundesstaaten im Landesinnern, deren Wähler eher als gesellschaftspolitisch konservativ gelten.

          Einer der Diskutanten am Dienstag war beim letzten Mal nicht dabei: Steve Bullock, Gouverneur von Montana. Nachdem der Abgeordnete Eric Swalwell seine Kandidatur zurückzog, will Bullock sich nun als möglicher Trump-Bezwinger anbieten. Die Abstimmung in seinem Heimatstaat konnte er 2016 immerhin gewinnen, obwohl Trump dort mit 20 Prozentpunkten Vorsprung die Präsidentschaftswahl für sich entschied. Zu den Kandidatinnen, die um die Teilnahme an den Debatten im Herbst kämpfen müssen, weil sie entweder nicht genug einzelne Spender oder zu niedrige Umfragewerte haben, gehört auch Marianne Williamson, die Autorin, die die letzte Debatte mit einem Appell an die „Liebe“ beendete, mit der man Trump schlagen könne.

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