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Delta-Variante verbreitet sich : Geimpfte in Israel neu infiziert

Weiter keine Einreise für Individualtouristen: Israels Ministerpräsident Naftali Bennett kündigte dies am Dienstag auf einer Pressekonferenz am Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv an. Bild: AP

Israel sorgt sich wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus. Weil auch Geimpfte neu infiziert wurden, nimmt das Land Lockerungen zurück und lässt Individualtouristen vorerst nicht einreisen.

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          In Israel haben örtliche Corona-Ausbrüche in den Städten Binjamina und Modiin zur Sorge vor einer Ausbreitung der sogenannten Delta-Variante des Virus geführt. Am Donnerstag meldeten die israelischen Gesundheitsbehörden 138 neu infizierte Personen innerhalb von 24 Stunden. Es ist der dritte aufeinanderfolgende Tag, an dem in Israel mehr als 100 Fälle bekannt wurden. Zuvor hatte die Zahl der täglichen Neuinfektionen in dem Land bei oft kaum mehr als einem Dutzend gelegen. Derzeit sind rund 700 der mehr als neun Millionen Israelis akut an Covid-19 erkrankt.

          Jochen Stahnke
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Von den neu Infizierten seien 40 bis 50 Prozent geimpft gewesen, sagte Chezi Levi, der Generaldirektor des israelischen Gesundheitsministeriums. Er nannte dies vor Journalisten besorgniserregend. Unbestätigten Berichten zufolge ist ein größerer Teil der Neuinfektionen auf die zuerst in Indien festgestellte Delta-Variante zurückzuführen. Der nationale Pandemie-Koordinator Nachman Ash sagte, man könne noch nicht sagen, ob der Ausbruch unter Kontrolle sei. Es handele sich jedoch nicht um einen landesweiten Ausbruch. Zuvor hatte Levi gesagt, dass die meisten Fälle „klaren Infektionsketten zuzuordnen sind, von denen einige bei Reiserückkehrern begannen, die keine Quarantäne gehalten haben“.

          Reiserückkehrer sind ohne Test eingereist

          Ein großer Teil der mehr als 120 Infizierten in der nordisraelischen Kleinstadt Binjamina sind Schüler der Mittelstufe. Der Stadtrat führte die Infektionen auf eingeschleppte Viren von Reiserückkehrern zurück. Ein weiterer Infektionsherd ist die zwischen Tel Aviv und Jerusalem gelegene Stadt Modiin, wo ein Rückkehrer Quarantäne-Bestimmungen nicht eingehalten haben soll. In der vergangenen Woche hätten laut einem Fernsehbericht mindestens 1000 Reiserückkehrer am internationalen Flughafen Ben Gurion nahe Tel Aviv lange Warteschlangen passiert, ohne getestet zu werden.

          Erst vergangene Woche hatte Israel die Maskenpflicht auch in geschlossenen öffentlichen Räumen und zuvor auch den grünen Pass für Geimpfte abgeschafft. Seit dieser Woche gilt die Maskenpflicht jedoch wieder an den Flughäfen und in Gesundheitseinrichtungen. Der israelische Ministerpräsident Naftali Bennett kündigte an, die Maskenpflicht in geschlossenen Räumen allgemein wieder einzuführen, wenn die Zahl der täglichen Neuinfektionen mindestens eine Woche lang über 100 liegt. Die für Juli angekündigte Öffnung für geimpfte Individualtouristen verschob die Regierung auf den August. „Unser wichtigstes Ziel ist es, die israelischen Bürger vor der Delta-Variante zu schützen, die Amok läuft in der Welt“, sagte Bennett. Die Bevölkerung rief er auf, unnötige Reisen zu unterlassen.

          Gleichzeitig warnten Vertreter des Gesundheitswesens vor Panik. Von mehr als 40.000 Tests am Mittwoch fielen 0,3 Prozent positiv aus.Die Regierung bewarb ihre Impfkampagne für Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren. In Israel sind mehr als 60 Prozent der Gesamtbevölkerung doppelt geimpft, die zu fast einem Drittel aus Kindern besteht. Der Leiter der Pfizer-Niederlassung in Israel, Alon Rappaport, sagte am Donnerstag, der Pfizer-BioNTech-Impfstoff sei auch gegen die Delta-Variante hochwirksam und verhindere eine Covid-Infektion zu rund 90 Prozent.

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