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Debatte über Sterbehilfe : Gibt es das Recht auf ein selbstbestimmtes Lebensende?

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Versprach selbst im Wahlkampf 2017, dass man „selbst über sein Lebensende“ befinden solle: Präsident Emmanuel Macron. Bild: AFP

In Frankreich wird über einen Gesetzesentwurf zur Legalisierung von Sterbehilfe diskutiert, Präsident Macron hatte dies in seinem Wahlkampf 2017 versprochen.

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          Mitten in der Pandemie ist in Frankreich die Debatte über aktive Sterbehilfe wieder aufgeflammt. In der Nationalversammlung wird ab Donnerstag ein Gesetzentwurf der Splitterpartei Libertés et Territoires zur Legalisierung der Sterbehilfe debattiert. Der frühere sozialistische Abgeordnete Olivier Falorni begründete den Vorstoß mit dem „Recht auf ein freies und selbstbestimmtes Lebensende“. Die rechtsbürgerliche Partei Les Républicains (LR) hat aus Protest 2300 Änderungsanträge eingereicht. Zu den Befürwortern der aktiven Sterbehilfe zählen etliche Abgeordnete der Regierungspartei La République en marche sowie der Linkspartei. Auslöser für die parlamentarische Initiative ist der „Sterbetourismus“, der jedes Jahr etwa 4500 unheilbar kranke Franzosen in die Schweiz oder nach Belgien treibt.

          In Frankreich ist jegliche Form von Suizidassistenz verboten. Das sogenannte Leonetti-Gesetz aus dem Jahr 2016 ermöglicht nur, dem „therapeutischen Übereifer“ im Krankenhaus bei hoffnungslosen Fällen Grenzen zu setzen. Präsident Emmanuel Macron hatte im Präsidentschaftswahlkampf 2017 zwar versprochen, dass man „selbst über sein Lebensende befinden“ solle. Aber angesichts des kaum bewältigten Schocks über das Massensterben in Altenheimen in den ersten Monaten der Pandemie lässt er jetzt lieber die Finger von dem heiklen Thema. „Eine Zivilisation, die Euthanasie legalisiert, verspielt jegliches Recht auf Respekt“, warnte der Schriftsteller Michel Houellebecq in der Zeitung „Le Figaro“. Frankreich dürfe sich nicht einreden lassen, dem Fortschritt hinterherzuhinken, nur weil andere Länder die aktive Sterbehilfe legalisiert hätten. Der Abgeordnete Jean Leonetti, auf den das derzeit gültige Gesetz zurückgeht, sagte: „Wir müssen mehr denn je die Schwächsten schützen.“ Der Erzbischof von Paris, Michel Aupetit, äußerte sich am Mittwoch: „Die Lösung kann nicht sein, leidende Menschen zu töten, sie kann nur sein, ihre Schmerzen zu lindern.“

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