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Gedenken an Massenflucht : Orbán zieht den Hut vor Merkel

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Kanzlerin Angela Merkel und Premierminister Viktor Orbán am Montag in Sopron Bild: AFP

Die Kanzlerin genieße „die Wertschätzung der ungarischen Nation“, so Ungarns Ministerpräsident im westungarischen Sopron. Europas Einheit müsse „von Konflikt zu Konflikt“ neu erschaffen werden.

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          Mit viel Lob für Bundeskanzlerin Angela Merkel und einem Aufruf zur stetigen Arbeit am Zusammenhalt der EU hat Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán am Montag im westungarischen Sopron den 30. Jahrestag der ersten Massenflucht von DDR-Bürgern gen Westen gewürdigt. Europas Einheit sei nicht vollendet, sie müsse stets neu erschaffen werden, sagte Orbán. Merkel und Orbán trafen sich aus Anlass des Jubiläums zu einem ökumenischen Festakt in der Evangelischen Kirche der Stadt.

          Merkel genieße „die Wertschätzung der ungarischen Nation“, zumal sie stets für den europäischen Zusammenhalt gearbeitet habe und immerhin zum vierten Mal zur Bundeskanzlerin gewählt worden sei, sagte Orbán in einer Rede nach einem ökumenischen Gottesdienst. Die Ungarn hätten immer gewusst, dass die eigene Befreiung von den Sowjets nur durch die deutsche Wiedervereinigung gelingen könne. Daher sei der deutsche Wiedervereinigungsgedanke seinerzeit in Ungarn mehr unterstützt worden als in Deutschland.

          Allerdings solle Europas Einheit nie als „vollendet“ betrachtet werden. Vielmehr müsse sie „von Konflikt zu Konflikt“ stets neu erschaffen werden, sagte der rechtsnationale Regierungschef mit Blick auf die deutsch-ungarischen Verstimmungen wegen der Migrationspolitik. Orbán fährt seit Jahren einen strikten Kurs gegen Zuwanderung. Deutschland kritisiert illiberale Tendenzen in Ungarn.

          Am 19. August 1989 hatten mehr als 600 Bürger das Paneuropa-Picknick nahe der ungarisch-österreichischen Grenze zur Flucht in den Westen genutzt. Der erste Riss im Eisernen Vorhang, der Ost und West trennte, war der Vorbote des Falls der Berliner Mauer wenige Wochen später.

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