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David Cameron : Personifizierte Spaltung

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Das wäre „Wahnsinn“: Offenkundig kennt Cameron in der - legitimen - Verteidigung britischer Interessen keine rhetorischen Skrupel mehr Bild: AFP

Eine Finanztransaktionssteuer sei „Wahnsinn“, poltert Premierminister Cameron. Die britische Wirtschaft gleitet in die Rezession, da liegen die Nerven blank. Und für rhetorische Skrupel ist kein Platz mehr.

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          Jetzt hat der britische Premierminister zurückgeholzt: Wahnsinn sei es, eine Finanztransaktionssteuer in Europa einzuführen. Man hat der Kanzlerin schon vieles vorgeworfen, aber „Wahnsinn“, wenn auch indirekt, noch nicht. Offenkundig kennt Cameron in der - legitimen - Verteidigung britischer Interessen keine rhetorischen Skrupel mehr. Aber die britische Wirtschaft gleitet in die Rezession, da liegen die Nerven blank. Was wiederum die zweite Attacke gegen die Politik in der Währungsunion - sprich: gegen Deutschland - erklärt: Sie doktere an der Krise nur herum und solle endlich Mut zur kühnen Tat haben. Vielleicht sollte sich Cameron mal in Madrid, Rom, Lissabon und in Athen umhören, welchen Mut es braucht, um die Staatsfinanzen in Ordnung zu bringen.

          Ihm selbst sollte das ja auch nicht unbekannt sein. Irgendetwas steht kopf, wenn ausgerechnet im pragmatischen Britannien, wo der Philosoph Karl Popper viele Anhänger hat, nach der Wunderwaffe gerufen wird. Die gibt es nicht. Aber was es gibt, ist eine Krise, die die Europäer gegeneinander aufbringt. Cameron ist die personifizierte Spaltung.

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