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Waffengewalt in den USA : „Als lebten sie in einem Kriegsgebiet“

Nach dem Massaker auf der Parade zum US-Nationalfeiertag in Highland Park untersucht das FBI den Tatort. Bild: AP

Amerikas Waffenproblem geht weit über Amokläufe und Massaker hinaus. Kinder und Jugendliche sehen die Gewalt – viele leiden unter Symptomen posttraumatischer Belastungsstörungen.

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          Ryane Nickens war acht Jahre alt, als sie den ersten von Kugeln durchsiebten Körper sah. Vier Jahre später wurde ihr Onkel erschossen, dann ihre schwangere Schwester, später ihr Bruder. Heute ist Nickens 43 Jahre alt und sagt, sie habe mehr als dreißig Menschen, die ihr nahestanden, wegen Waffengewalt verloren. „Ich bin mit dem emotionalen Schmerz großgeworden.“ Ihr Projekt, das „Traron“-Center, ist ein Denkmal für ihre beiden erschossenen Geschwister, der Name eine Kombination aus ihren Vornamen, Tracy und Ronnie. Hier helfen sie den Betroffenen von Waffengewalt, vor allem Kindern und Jugendlichen. Sie sollen lernen, die Kultur der Gewalt in ihren Viertel zu durchbrechen.

          Sofia Dreisbach
          Politische Korrespondentin für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Wenn Kinder und Jugendliche zum ersten Mal in Nickens Projekt kommen, werden sie auf posttraumatische Belastungsstörungen getestet. „Bei vielen ist der Wert so hoch, als lebten sie in Kriegsgebieten. Und manche tun das auch“, sagt Nickens. Sie meint den täglichen Umgang mit (Waffen-)Gewalt.

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