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Sinkendes Vertrauen : Russischer Putin-Verdruss

Schlechte Stimmung im Kreml: Russlands Präsident Wladimir Putin. Bild: AFP

In manchen Regionen sind dem Kreml in diesem Jahr die Fäden regelrecht entglitten. Auch das Vertrauen der Russen in ihren Präsidenten hat dadurch einen nicht unerheblichen Schaden genommen.

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          An diesen Herbst wird der russische Präsident Wladimir Putin ungern zurückdenken. Zunächst wurden die von ihm als „Zivilisten“ beschriebenen Männer, die London des Attentats auf Sergej Skripal verdächtigt, als schlecht geschützte Agenten enttarnt, die auf ihrer Mission in Großbritannien lauter Spuren hinterließen. Dann erlitt die Machtpartei „Einiges Russland“ am 9. September überraschende Verluste bei Regionalwahlen, was zu dilettantischen Wahlfälschungsversuchen führte. Schließlich zeigen Umfragen von gleich drei Instituten, dass das Vertrauen der Russen in ihren Präsidenten deutlich gelitten hat.

          Katharina Wagner

          Wirtschaftskorrespondentin für Russland und die GUS mit Sitz in Moskau.

          Zwei dieser Forschungsinstitute, die Gesellschaft Öffentliche Meinung (FOM) und das Allrussische Zentrum zur Erforschung der öffentlichen Meinung (WZIOM), gelten sogar als kremlnah. Das Lewada-Zentrum ist dagegen unabhängig und wurde 2016 wegen internationaler Aufträge als ausländischer Agent registriert. Alle drei kommen zu dem Schluss, dass die Zustimmung zu Putin und seiner Politik seit Juni dieses Jahres drastisch gesunken ist. Laut WZIOM gaben im November 2017 noch 52,4 Prozent der Befragten auf die offene Frage, welchem Politiker sie vertrauen, den Namen ihres Präsidenten an. Ende September waren es nur noch 36,8 Prozent. Ähnliche Ergebnisse erzielte bei der gleichen Fragestellung auch das Lewada-Zentrum.

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