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Kommentar : Wie man Tiefpunkte überwindet

  • -Aktualisiert am

Unter dem Giftgasangriff in Syrien leidet das amerikanisch-russische Verhältnis. Dabei hat Präsident Putin so sehr auf Donald Trump gesetzt. Noch ist nichts verloren.

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          Wenn sich Wladimir Putin über die Verletzung internationalen Rechts durch andere beklagt, ist das mit Blick auf die Ukraine fast lustig. Aber mit einer Bemerkung liegt er richtig. Das Verhältnis Russlands zu den Vereinigten Staaten hat sich in den vergangenen Wochen weiter verschlechtert.

          Womöglich schwingt in Putins Worten auch Enttäuschung mit. Denn es könnte sich im Laufe der Ermittlungen immer noch herausstellen, dass Russland viel Energie (oder was auch immer) in Donald Trumps Wahlsieg investiert hat. Das wäre alles vergebens gewesen. Aber bei diesen beiden Präsidenten weiß man nie. Und deshalb sollte sich auch der syrische Präsident Assad seiner Position nicht zu sicher sein, obwohl Putin ihn weiter tapfer gegen die von vielen Staaten vorgebrachten Anschuldigungen wegen des Einsatzes chemischer Waffen gegen Zivilisten verteidigt.

          Russland will Einfluss in der Region. In dem Moment, da Assad dem im Wege steht, hat (mindestens politisch) sein letztes Stündlein geschlagen. Und Moskau und Washington hätten einen Tiefpunkt der bilateralen Beziehungen überwunden.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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