https://www.faz.net/-gpf-9ehrd

Kavanaugh-Kommentar : Maximaler Effekt

  • -Aktualisiert am

Mit 17 soll er versucht haben, eine Schülerin zu vergewaltigen – so lauten die Vorwürfe gegen Brett Kavanaugh. Bild: Reuters

Wer auch immer Christine Ford geraten haben mag, den Vergewaltigungsvorwurf gegen Brett Kavanaugh erst jetzt öffentlich zu machen, hat den Opfern sexueller Gewalt keinen Gefallen getan – sondern eher Trump.

          1 Min.

          Sechsunddreißig Jahre lang schwieg Christine Ford. Nun aber hat die Professorin berichtet, wie sie als Schülerin beinah vergewaltigt worden sei – vom damals 17 Jahre alten Brett Kavanaugh, den Donald Trump an den Supreme Court berufen will.

          Dass sich auch diesmal, wie voriges Jahr im Fall des ebenfalls erzkonservativen Senatskandidaten Roy Moore aus Alabama, das mutmaßliche Opfer erst nach Jahrzehnten offenbart, sollte niemand gegen die Frau verwenden: Ihr langes Zögern ist menschlich verständlich und sagt nichts über die Glaubwürdigkeit ihrer Schilderung aus.

          Stutzig macht bloß der Umstand, dass sie sich offenbar schon im Juli einer prominenten Demokratin anvertraute, aber erst jetzt an die Öffentlichkeit ging – nach Kavanaughs öffentlicher Anhörung und kurz vor dem geplanten Votum im Justizausschuss.

          So nährte sie den Verdacht, dass hier ein politischer Effekt maximiert werden sollte. Wer auch immer Christine Ford zu diesem Timing geraten haben mag, hat den Opfern sexueller Gewalt keinen Gefallen getan – sondern eher Trump, der allzeit Belege für die „Hexenjagd“ gegen ihn sucht.

          Andreas Ross

          Verantwortlicher Redakteur für Politik Online und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Nachrichten.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Weltweiter Aufruhr: Illustration für die F.A.S. von Kat Menschik

          Die Aufstände und der Westen : Was geht uns das an?

          Libanon, Hongkong, Bolivien, Kolumbien, Chile, Irak, Iran: Überall begehren Menschen auf. Wir haben Autoren, die mittendrin sind oder waren, gefragt: Worum geht es euch? Und was hat das mit uns im Westen zu tun?
          Der Umgang mit Algorithmen und Künstlicher Intelligenz steht zur Debatte: Welcher Regelungen bedarf es?

          Regulierungsbedarf? : Die Bändigung der Algorithmen

          Computer fällen zunehmend Entscheidungen, die tief in das Leben eingreifen und willkürlich anmuten. Dafür gibt es erstaunliche Beispiele aus dem Lebensalltag. Zeit für eine breite Debatte.

          Ärger beim FC Bayern : „Ich könnte durchdrehen“

          Joshua Kimmich kocht nach dem 1:2 der Bayern in Gladbach vor Wut, Thomas Müller faucht, Hasan Salihamidzic ist ratlos. Und Trainer Hansi Flick wirkt angeschlagen. Die Münchner haben ein großes Problem.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.