Afghanen in der Türkei : „Alle wollen weg von hier“
Mehr als ein halbes Jahrhundert ist es her, dass anatolische Binnenmigranten auf der Suche nach Arbeit in dieses Viertel nördlich des Zitadellenhügels von Ankara gezogen sind. Heute ist fast jeder zweite, der entlang der Altindag-Straße lebt, Afghane. Die einfachen Gecekondu-Häuschen, die die Migranten damals gebaut hatten, ziehen sich noch immer den Hang hinauf. In den meisten anderen Vierteln Ankaras sind sie durch moderne Mietshäuser ersetzt worden, doch hier werden sie von Afghanen bewohnt. Denn nirgends ist Wohnraum in Ankara billiger. Fünfhundert afghanische Familien können sich die Mieten leisten, auch die vielen alleinstehenden Männer. Am Ende einer Seitengasse verdient Mustafa seinen Lebensunterhalt. Morgens um sechs Uhr beginnt der junge Afghane seine Arbeit, abends um neun knipst er das Licht aus. Jeden Tag backt er in dem steinernen Backofen 1500 Fladenbrote afghanischer Art. Dafür erhält er im Monat umgerechnet 250 Euro.
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