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Krise mit Ansage : Das Flüchtlings-Abkommen mit der Türkei steht vor dem Aus

Migranten warten im Hafen von Mytilene auf Lesbos auf ihre Fähre. Bild: AFP

Auf den griechischen Inseln kommen so viele Migranten an wie seit 2016 nicht mehr. Und die Behörden kommen ihrer Arbeit nicht nach.

          3 Min.

          Am Dienstag hat im Hafen von Saloniki ein Schiff angelegt, dessen Name einmal mit dem Scheitern eines wichtigen europäischen Projekts verbunden werden könnte. Unter den Passagieren auf der Fähre „Aqua Blue“ waren 379 Migranten, die zuvor unter erbärmlichen Bedingungen in dem Aufnahmelager Moria auf Lesbos gehaust hatten. Sie gehörten zu jenen etwa 1500 Migranten, die im Zuge einer Notmaßnahme der griechischen Regierung auf das Festland gebracht wurden, um das völlig überfüllte Lager zu entlasten. Verschiffungen von anderen Inseln, insbesondere Samos, könnten folgen, denn auch die dortigen Lager sind stark überlastet.

          Michael Martens

          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Die Migranten sollen nun in ein unweit der griechischen Grenze zu Nordmazedonien gelegenes Aufnahmelager gebracht werden. Damit wären sie ihren Wünschen schon näher, denn Deutschland und andere Staaten in Nordwesteuropa sind ihre eigentlichen Ziele. Allerdings könnten auch die Lager auf dem Festland bald vor Engpässen stehen, denn auf den griechischen Inseln steigt die Zahl der Ankommenden, die von der türkischen Küste aus aufbrechen, seit Monaten. Es ist womöglich nur eine Frage von Wochen oder gar Tagen, bis wieder Fähren eingesetzt werden müssen, um die Inseln zu entlasten. Erste Lokalpolitiker in Nordgriechenland warnen, ihre Gemeinden seien der Aufgabe nicht gewachsen. Damit wiederholen sie die Klagen südgriechischer Inselbürgermeister.

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