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Öffnungsstrategie vorgelegt : Dänemark plant Lockdown-Ende

Dänemark will die meisten Corona-Beschränkungen rückgängig machen: Passanten in Kopenhagen am 1. März Bild: Reuters

Dänemark will die Corona-Beschränkungen weitgehend aufheben, sobald alle Menschen, die älter als 50 Jahre alt sind, geimpft sind. Mit weiteren Impfungen und einem Corona-Pass soll öffentliches Leben wieder möglich werden.

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          Nach langen Verhandlungen hat die dänische Regierung einen Plan für den Weg aus dem Lockdown vorgelegt. Das teilte die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen nach der Einigung mit mehreren Parteien am Montagabend in Kopenhagen mit. Zentrale Punkte der Öffnungsstrategie sind der rasche Fortschritt bei der Impfkampagne im Land und der Einsatz eines Corona-Passes. So sollen die meisten Einschränkungen des öffentlichen Lebens im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus aufgehoben werden, wenn alle Dänen über 50 Jahren geimpft sind, sagte Frederiksen. Die dänische Regierung geht davon aus, dass dieses Ziel bis Ende Mai erreicht sein wird.

          Matthias Wyssuwa
          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Aber auch von Anfang April an soll es schon weitere Lockerungen geben. So sollen nach den bereits geöffneten Grundschulen auch höhere Klassen zumindest im Wechselunterricht wieder zurück in die Schulen dürfen. Auch Dienstleister wie Friseure dürfen wieder öffnen, auch wenn Kunden dann ihren Corona-Pass vorlegen sollen. In diesem wird festgehalten, ob man geimpft ist, einen aktuellen negativen Test vorweisen kann oder bereits eine Infektion überstanden hat. Der Pass soll digital über eine App auf dem Handy vorzeigbar sein, oder notfalls auch ausgedruckt.

          Dann folgen alle zwei Wochen weitere Öffnungsschritte, Mitte April dürfen Museen und die Außengastronomie öffnen, Anfang Mai dann auch Theater und Kinos. Auch nachdem alle Dänen, die älter als 50 Jahre sind und eine Impfung wünschen, geimpft worden sind, sollen aber zunächst noch einzelne Beschränkungen weiter bestehen bleiben. Dabei geht es vor allem um große Veranstaltungen und das Nachtleben, wo eine massenhafte Virusausbreitung droht.

          Dänemark hatte in der Corona-Krise immer wieder sehr schnell und hart reagiert auf steigende Infektionszahlen. So blieb das Infektionsgeschehen meist unter Kontrolle. Das Vorgehen brachte der Regierung aber auch Kritik ein – wie nach der Keulung der Nerze im Land, für die es zunächst keine rechtliche Grundlage gegeben hatte. Auch nach dem Auftreten der britischen Corona-Mutante in Dänemark reagierte Kopenhagen schnell mit einer Verschärfung des Lockdowns.

          Die Verbreitung der Mutante war in Dänemark schnell aufgefallen, da das Land in hohem Maße Virusproben sequenziert. Obwohl auch in Dänemark die Mutante nun bei den neuen Ansteckungen dominiert, sanken die Infektionszahlen im Januar und Februar, zuletzt stiegen sie aber wieder leicht. Die 14-Tage-Inzidenz liegt in Dänemark laut der Daten des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten derzeit auf einem ähnlichen Niveau wie in Deutschland, wo die Infektionszahlen jedoch rasant steigen. Elf Prozent der Dänen sind bislang geimpft.

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