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Neue Corona-Ausbrüche : Warum Peking und Berlin so unterschiedlich reagieren

Pekinger auf dem Weg zum Coronatest. Bild: AFP

Die Hauptstädte Chinas und Deutschlands melden viele neue Infektionen. Während die chinesische Hauptstadt auf Krise schaltet, geht der Alltag im betroffenen Bezirk Neukölln für viele weiter wie bisher. Dafür gibt es Gründe.

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          Eigentlich müsste der Mann so schnell wie möglich operiert werden. Diagnose: Hirnblutung. Doch wegen des jüngsten Corona-Ausbruchs in der chinesischen Hauptstadt zögern die Ärzte, die Angehörigen fühlen sich hilflos. „Es könnte sein, dass wir wegen der Pandemie auf ein Bett warten müssen“, sagt die Ehefrau des Patienten. „Der Arzt sagt, es sei dringend, trotzdem haben Covid-19-Patienten jetzt erst mal Vorrang.“ Das Wichtigste sei, dass ihr Mann jetzt nicht wütend werde, sagt sie. „Damit die Blutung nicht schlimmer wird.“ Dies ist keine Episode aus der Hochphase der Corona-Epidemie in China. Sie hat sich in dieser Woche in Peking ereignet und ist eines von vielen Beispielen dafür, wie vorsichtig und nervös die Behörden auf den jüngsten Ausbruch des Virus in einem Großmarkt reagieren. Offiziell sind in den vergangenen acht Tagen nur 183 Neuinfektionen in der 21-Millionen-Stadt gemeldet worden.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Auch in der deutschen Hauptstadt greift das Virus wieder um sich. In Berlin leben nur knapp vier Millionen Menschen, dort infizierten sich in den vergangenen Tagen mehr als 300. Doch während die chinesischen Behörden sofort Alarm schlugen, ging die Verwaltung in Berlin vergleichsweise entspannt mit dem jüngsten Ausbruch um. Im Problembezirk Neukölln ist es zu einem veritablen Corona-Ausbruch gekommen, dort hat das Gesundheitsamt 369 Haushalte an sieben Standorten unter Quarantäne gestellt. Der Ausbruch hat den Bezirk kalt erwischt, vorbereitet war darauf niemand.

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