„Patient Null“ in Italien :
Einer von Hunderttausenden Chinesen

Von Matthias Rüb, Venedig
Lesezeit: 4 Min.
Chinesischer Arbeiter in einer Textilfabrik in Prato
Hunderttausende Chinesen arbeiten in Italien. Dort wurden so viele Coronavirus-Infektionen festgestellt wie nirgends sonst in Europa. Drohen nun rassistische Übergriffe?

Mitte der achtziger Jahre gab es in Italien gerade einmal rund 1600 Chinesen. Heute sind es nach offizieller Zählung gut 321.000. Tatsächlich dürften es aber deutlich mehr sein, rechnet man die Chinesen ohne Aufenthaltstitel und auch die eingebürgerten Chinesen hinzu. Die Stadt Prato nordwestlich von Florenz gilt sowohl als Drehscheibe für die chinesische Migration nach Italien wie auch für den wachsenden Handels- und Wirtschaftsaustausch zwischen beiden Staaten. Seit den neunziger Jahren strömten chinesische Arbeiter, die meisten aus der Küstenstadt Wenzhou in der Südostprovinz Zhejiang, nach Prato.

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