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Coronavirus in Idlib : Die Menschen können nur noch beten

Das Gesundheitsamt in Idlib verteilt Informationsblätter, um die Menschen vor Ansteckung zu schützen und sie über das Coronavirus zu informieren. Bild: Getty

Sollte eine Infektionswelle durch den Nordwesten Syriens rollen, wäre diese sehr wahrscheinlich weitaus tödlicher als in China, Italien oder Iran. Drei Millionen Menschen droht das Schlimmste.

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          Die Bedrohung durch das Coronavirus ist im Nordwesten Syriens noch vollkommen unsichtbar. Dennoch sind einige Menschen schon in Sorge. So auch Monzer Khalil, der Direktor des Gesundheitsamtes in der Provinz Idlib, einer letzten Bastionen des Aufstands gegen Baschar al Assad. Khalil berichtet: „Es gibt ein Labor in Idlib-Stadt, aber es fehlen noch immer die Testgeräte.“ Auf die werde man auch noch einige Tage warten müssen. Das habe ihm und seinen Leuten die Weltgesundheitsorganisation mitgeteilt. In seinen Worten schwingt Frust mit – und Angst. Denn sollte eine Infektionswelle durch den Nordwesten Syriens rollen, sie wäre sehr wahrscheinlich weitaus tödlicher als in Corona-Krisenregionen wie China, Italien oder Iran. Nicht nur örtliche Funktionäre wie Monzer Khalil und die Leute, die er versorgen muss, befürchten das Schlimmste. Auch Mitarbeiter ausländischer Hilfsorganisationen sehen ein drohendes Massensterben mit Zehntausenden Toten.

          Christoph Ehrhardt
          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Etwa drei Millionen Zivilisten harren derzeit in Idlib aus, etwa eine Million Menschen wurde zuletzt im Zuge der jüngsten Offensive des Assad-Regimes vertrieben. Hilfsorganisationen schätzen, dass einem großen Teil von ihnen ein schwerer, wenn nicht tödlicher Krankheitsverlauf droht, sollten sie sich infizieren. Denn viele sind geschwächt und unterernährt. „Wir sind sehr besorgt“, sagt Misty Buswell vom „International Rescue Committee“. Sie ist mit der humanitären Krise in Syrien befasst. „Die Folgen wären verheerend, sollte es einen massenhaften Ausbruch von Erkrankungen geben.“ Das Virus dürfte nicht nur tödlicher sein, sondern sich auch schneller verbreiten. Die Leute in Idlib leben dicht gedrängt in Zeltlagern im Grenzgebiet zur Türkei oder in überfüllten Häusern, Rohbauten und Ställen. „Wir haben panische Angst“, berichtet einer der Vertriebenen. „Wir beten zu Gott. Schützen können wir uns nicht.“

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