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Coronavirus in Großbritannien : Widerstand gegen Johnsons „Großmutterschritte“

In der Kritik: das Corona-Krisenmanagement von Boris Johnson Bild: AP

Der Streit über den „richtigen Lockdown“ nimmt in Großbritannien immer mehr parteipolitische und ideologische Konturen an. Im Zentrum der Kritik: der Premierminister.

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          In „Großmutter-Schritten“ führe er das Land aus dem Lockdown, hatte Boris Johnson den konservativen Angeordneten in einer virtuellen Fraktionssitzung am Freitag erklärt. Gleichwohl versuche der „gerissene“ Oppositionsführer Keir Starmer politisches Kapital daraus zu schlagen, weshalb die Tories nun noch enger zusammenstehen müssten. Tatsächlich nimmt der Streit über den „richtigen Lockdown“ immer mehr parteipolitische und ideologische Konturen an. Kritisiert wird der Premierminister überwiegend von der Labour Party, den linken Regierungen in Schottland und Wales und den Gewerkschaften.

          Jochen Buchsteiner

          Politischer Korrespondent in London.

          Die Lehrergewerkschaften führen derzeit den Kampf an. Sie drohten sogar mit Klagen, sollte der Schutz des Schulpersonals nicht gewährleistet sein, wenn erste Einrichtungen am 1. Juni wieder geöffnet würden. Laut der Regierungspläne sollen dann zunächst die Grundschulen und Kindergärten geöffnet werden. Die Gewerkschaften bezweifeln, dass Kinder in diesem Alter Abstand halten können. Widerspruch kam nicht nur von der „Kinderbeauftragten“ der Regierung, Anne Longfield, die verlangte, die Schulen zum Wohl der Kinder so schnell wie möglich zu öffnen. Steve Chalk von der Schulvereinigung “Oasis Trust“ beklagte sogar eine Art Klassenkampf. In der Kritik an den Schulöffnungen spiegelten sich vor allem Ängste der „Mittelschicht“, die übersehe, welche Gefahren sozial benachteiligten Kindern ausgesetzt seien, sagte er.

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