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Coronavirus in Frankreich : Sprechstunden per Whatsapp

Virtuelles Gipfeltreffen: Macron nimmt am Dienstag an einer Videokonferenz der EU-Staats- und Regierungschefs teil. Bild: AP

In Frankreich will die Regierung von Fehlern in Italien im Umgang mit dem Coronavirus lernen. Virtuelle Angebote sollen einer Überlastung der Hausärzte und Krankenhäuser vorbeugen.

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          Frankreich setzt auf moderne Informationstechnologien, um die Ausbreitung des Coronavirus im Land zu verlangsamen. Gesundheitsminister Olivier Véran hat angekündigt, dass fortan ärztliche Sprechstunden per Facetime oder Whatsapp von der staatlichen Krankenversicherung bezahlt werden. Diese virtuellen Sprechstunden sollen dazu beitragen, dass Risikopatienten mit leichten Symptomen nicht die Arztpraxen überlasten und sich stattdessen Rat über ihr Smartphone einholen. Auch die Ansteckungsgefahr soll auf diese Weise verringert werden. „Die Ärzte dürfen über das Telefon Rezepte und Krankenscheine ausstellen“, kündigte Véran an. Die Ärzte bekämen die telefonischen Sprechstunden wie normale Praxisbesuche von der staatlichen Krankenversicherung vergütet.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          In Frankreich gibt es eine für alle Bürger einheitliche staatliche Pflichtversicherung zur Krankenversorgung, über die in Deutschland unter dem Stichwort „Bürgerversicherung“ diskutiert wurde. „Auf eine Ausnahmesituation müssen wir mit Ausnahmeregelungen reagieren“, sagte Véran. Mit den virtuellen Sprechstunden will der Gesundheitsminister, der selbst Neurologe ist, einer Überlastung der Hausärzte und Krankenhäuser vorbeugen, wie sie in Italien zu beobachten sei. Der 39 Jahre alte Gesundheitspolitiker, der erst seit Mitte Februar an der Spitze des Gesundheitsministeriums steht, hat sich als Glücksgriff Präsident Emmanuel Macrons erwiesen. Mit beeindruckender Klarheit hat Véran den Franzosen die Regierungsstrategie im Fernsehen erläutert.

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