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China : Plumpe Propaganda

  • -Aktualisiert am

Bild: dpa

Amerikanische Geheimdienste wollen herausgefunden haben, dass China seine Corona-Statistik geschönt hat. Interessanter als die Leistung der Behörden ist die Reaktion Chinas auf das Bekanntwerden der Erkenntnisse.

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          Diese Reaktion war zu erwarten. Amerikanische Geheimdienste wollen herausgefunden haben, dass China sowohl die Zahlen der Infizierten als auch die der Toten während der Corona-Pandemie geschönt hat. Diese Erkenntnis deckt sich mit Verlautbarungen aus China aus der Frühzeit der Krise. Da wurden nämlich, zum Beispiel, auch lokale Behörden dafür kritisiert, dass sie es gegenüber vorgesetzten Dienststellen an Transparenz hätten fehlen lassen.

          Insofern ist weniger die Leistung amerikanischer Geheimdienstler interessant als vielmehr die Reaktion Chinas auf das Bekanntwerden der Erkenntnisse. Diese laufen nämlich der weltweiten PR-Kampagne entgegen, die China seit einiger Zeit mit voller Kraft fährt. Nicht nur werden die eigenen (von niemandem bestrittenen) Leistungen zur Bekämpfung der Pandemie gewürdigt.

          Vielmehr werden die Maßnahmen anderer Regierungen negativ bewertet, um die angebliche Überlegenheit des eigenen Systems umso mehr hervorheben zu können. Dessen besonderes Kennzeichen ist, dass es systemische Fehler nicht geben kann, weil es sie nicht geben darf.

          Eigentlich sollte man meinen, dass solch plumpe Propaganda im Ausland nur ein müdes Lächeln hervorrufen würde. Aber in diesen Zeiten muss man offenbar immer wieder darauf aufmerksam machen, dass hier jemand lautstark „Haltet den Dieb“ ruft, der mindestens Teil des die ganze Welt erschütternden Problems ist.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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