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Corona und die EU : Europa nicht überfordern

  • -Aktualisiert am

Euro- oder Coronabonds: Italien, Frankreich und Spanien wollen gemeinsame Schulden, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu bekämpfen. Bild: DAPD

Es stimmt nicht, dass die EU schlecht reagiert hat auf die Pandemie. Jetzt Eurobonds einzuführen wäre aber ein politischer Fehler.

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          Wenn irgendwas passiert auf der Welt, muss man nicht lange darauf warten, dass der Europäischen Union Versagen vorgeworfen wird. Erst wurden die Mitgliedstaaten dafür gegeißelt, dass sie ohne Abstimmung gegen die Verbreitung des Coronavirus vorgingen, dann entbrannte eine Debatte über angeblich fehlende Solidarität. Der frühere Kommissionspräsident Jacques Delors ist sogar der Meinung, dass die Seuche eine „tödliche Gefahr“ für die EU darstelle.

          Geht es auch eine Nummer kleiner? Jede ernsthafte Betrachtung der Rolle der EU in dieser globalen Krise sollte mit dem Eingeständnis beginnen, dass Brüssel so gut wie keine Kompetenzen in der Gesundheitspolitik hat. Die EU unterhält keine Gesundheitsämter, keine Krankenhäuser und keine Testlabore. Sie hat noch nicht einmal eine Grenzpolizei, mit der sie das Einreiseverbot durchsetzen könnte, das sie selbst erlassen hat.

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