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Tschechische Corona-Rekorde : Der Gesundheitsminister als Bauernopfer?

Eine Corona-Teststation in Prag am 21. September. Bild: EPA

Der tschechische Gesundheitsminister Adam Vojtech ist nach dem steilen Anstieg der Corona-Infektionszahlen zurückgetreten. Will Ministerpräsident Andrej Babiš sich damit aus der Schusslinie bringen?

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          In der Tschechischen Republik hat der steile Anstieg der Corona-Infektionszahlen Gesundheitsminister Adam Vojtech zum Rücktritt veranlasst. Er wolle „Raum für eine neue Lösung der Corona-Situation“ schaffen, sagte Vojtech am Montag in Prag auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Ministerpräsident Andrej Babiš lobte seinen scheidenden Minister, der im Frühjahr die Epidemie „unglaublich gut“ in den Griff bekommen habe. Zuletzt waren der Gesundheitsminister, aber auch der Regierungschef zunehmend in die Kritik geraten, weil die Infektionszahlen die Werte von März und April deutlich überschritten haben, ohne dass eine Tendenz zur Eindämmung absehbar wäre. Mit knapp 200 Infektionen pro 100.000 Einwohner im 14-Tages-Schnitt liegt die Tschechische Republik bereits an zweiter Stelle in der Europäischen Union (hinter Spanien).

          Stephan Löwenstein

          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Babiš versuchte, den Rücktritt als Folge von Amtsmüdigkeit darzustellen. Die Opposition hat eine andere Deutung parat: der Gesundheitsminister als Bauernopfer für Babiš vor den im Oktober anstehenden Senats- und Regionalwahlen. Der Ministerpräsident habe einen Schuldigen für seine eigenen Fehler gebraucht, befand Petr Gazdik von der Bürgermeisterpartei. Marian Jurecka, Chef der christdemokratischen KDU-CSL, äußerte, Babiš habe oft in Vojtechs Arbeit hineingefunkt, diese Situation sei nicht länger tragbar gewesen. Marketa Pekarova Adamova, die die konservative TOP09 anführt, sagte: „Die Lage ist ernst, der Gesundheitsminister konnte damit nicht zurechtkommen, und Andrej Babiš musste etwas tun vor den Wahlen.“

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