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Mehr als 500.000 Corona-Tote : Amerika kann dieses Schicksal nicht akzeptieren

Eine Person wird in Houston nach einem positiven Corona-Test in ein Krankenhaus gebracht (Archivbild aus dem März 2020) Bild: dpa

Die mehr als 500.000 Corona-Toten sind eine Tragödie – und eine Mahnung für die amerikanische Gesellschaft. Sie zeigen: Das Land hat Dysfunktionalitäten, denen es sich dringend stellen muss.

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          Der amerikanische Präsident Biden hat für Bundeseinrichtungen fünf Tage lang Trauerbeflaggung angeordnet. Der Grund dafür ist eine schreckliche Zahl: Mehr als 500.000 Menschen sind in den Vereinigen Staaten bislang an Covid-19 gestorben; weit mehr als in jedem anderen Land – und mehr, als amerikanische Soldaten im Ersten und im Zweiten Weltkrieg zusammengenommen gefallen sind. Es ist eine unvorstellbare Zahl, deren Bedeutung der Berater des Präsidenten Anthony Fauci so ausdrückt: Die Vereinigten Staaten hätten sich schlechter als fast jedes andere Land geschlagen. „Und wir sind ein hochentwickeltes Land.“ Ja, das sollte man meinen. Ein Land, das vier Prozent der Weltbevölkerung stellt, aber ein Fünftel der Corona-Toten. Es nimmt nichts von der Tragik, wenn man die Todeszahlen in Beziehung zur Größe der Bevölkerung setzt.

          Ist es wirklich eine Tragödie? War es schlechtes, mangelhaftes Krisenmanagement der Regierung in Washington und der Bundesstaaten? Lag es am Gesundheitssystem, das zwar für die beste medizinische Versorgung der Welt bekannt ist, in Teilen und für große Gruppen aber vollkommen ungenügend ist? Lag es daran, dass der frühere Präsident Trump vom Coronavirus zunächst nichts wissen wollte, die Gefahr banalisierte und dann den Kampf dagegen politisierte?

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