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Corona-Krise : Erschütterndes Massensterben in Italien

In der Provinz Bergamo half die Armee beim Transport der Särge. Bild: Reuters

Die Erwartung, die drastischen Eingriffe in das öffentliche, soziale und wirtschaftliche Leben könnten relativ bald wieder gelockert werden, ist völlig unrealistisch. Eher wird das Gegenteil passieren (müssen).

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          Mehr als 200.000 Menschen auf der Welt haben sich mittlerweile (nachweislich) mit dem Coronavirus infiziert. Während sich die Zahl der Infizierten in China nach offiziellen Angaben stabilisiert hat, schnellt sie in Europa in die Höhe. Erschütternd ist die Entwicklung in Italien: Dort erlagen allein am Mittwoch 475 Patienten der Covid-19-Krankheit.

          Auch aus Spanien, Frankreich und anderen europäischen Ländern werden immer mehr Todesfälle gemeldet. Berichte, in der Lombardei, der Region, die in Italien am härtesten betroffen ist, werde Militär zum Abtransport der Leichen eingesetzt, verraten die Dimension einer Krise, die „Krieg“ zu nennen der französische Präsident sich nicht gescheut hat und deren Dauer kein Mensch vorhersagen kann.

          Man kann nur feststellen, dass Krankenhäuser und medizinisches Personal vielerorts die Belastbarkeitsgrenze erreichen und in einigen Ländern überschritten haben. Deswegen ist die Erwartung, die drastischen Eingriffe in das öffentliche, soziale und wirtschaftliche Leben könnten relativ bald wieder gelockert werden, völlig unrealistisch. Eher wird das Gegenteil passieren (müssen).

          Aber irgendwann wird man klären können und klären müssen, warum einige Länder so hart von Covid-19 getroffen worden sind; hart im Sinne von Mortalität. Wenn es systemische Gründe dafür gibt, mangelhaft ausgestattete und unzureichend vorbereitete Gesundheitssysteme zum Beispiel, ist das offen auszusprechen. Oder ist alles nur eine Frage der Zeit – und des Zufalls?

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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