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Alleingang bei Lockerungen : Südtirol weckt Sorgen in Italien

Die Ausbreitung des Virus verhindern: Polizisten führen am Brenner Fahrzeugkontrollen durch. Bild: dpa

Der Provinz Südtirol gehen die Lockerungen der Regierung in Rom nicht weit genug. Sie will Industrie, Handwerk und Handel schon am 8. Mai wieder hochfahren. Das schürt im Rest Italiens die Angst vor einer Sezessionsbewegung.

          3 Min.

          Noch in dieser Woche will sich Südtirol wieder einmal auf einen Sonderweg machen. Nach dem Ende des akuten Notstands der Corona-Pandemie, der „Phase eins“, möchte die autonome Provinz im Norden Italiens, in der es derzeit laut der offiziellen Statistik nur 636 Corona-Fälle gibt, weit größere Schritte wagen bei der Öffnung von Gesellschaft und Wirtschaft als dies die Zentralregierung in Rom landesweit zulassen will. Am Montag kam der für Regionalfragen zuständige Minister Francesco Boccia vom sozialdemokratischen Partito Democratico (PD) eigens von Rom nach Bozen, um mit Landeshauptmann Arno Kompatscher und weiteren Spitzenkräften der regierenden Südtiroler Volkspartei (SVP) zu konferieren. Beim gemeinsamen Auftritt vor der Presse im Palais Widmann, dem Sitz der Südtiroler Landesregierung, machten Boccia und Kompatscher kein Geheimnis daraus, dass man weiter uneins ist.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          In Rom versucht die vom parteilosen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte geführte Linkskoalition von Fünf-Sterne-Protestbewegung und PD nach der vorsichtigen Lockerung der strengen Ausgangssperre vom Montag die Kontrolle über die nationale Pandemie-Politik zu behalten - mit schwindendem Erfolg. Immer mehr Regionen scheren aus, heben im Alleingang die weiterhin bestehenden nationalen Einschränkungen auf. In Venetien hat Regionalpräsident Luca Zaia von der rechtsnationalistischen Lega verkündet, für die knapp fünf Millionen Einwohner der Region im Nordosten des Landes gelte schon jetzt jenes „liberi tutti“ (etwa: Freigang für alle), welches Regierungschef Conte den 60 Millionen Einwohnern im ganzen Land gerade nicht gewähren will, aus Sorge vor einer zweiten Infektionswelle.

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