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Internationales Großprojekt : Corona stoppt Chinas „Neue Seidenstraße“

Hauptsache schöne Bilder: Festlich mit Skulpturen aus Lebensmitteln geschmückter Tisch bei einem Bankett 2017 im Rahmen der Belt-and-Road-Initiative Bild: AFP

Mit gewaltigen Investitionen in Infrastruktur wollte China seinen globalen Einfluss vergrößern. Corona hat dem vorerst ein Ende gesetzt. Aber das Ziel Pekings bleibt gleich: ein neues Ordnungssystem für die Welt.

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          Während manche China-Beobachter die Seidenstraßen-Initiative von Staats- und Parteichef Xi Jinping schon für tot erklären, haben die G-7-Staaten bei ih­rem Treffen auf Schloss Elmau gerade einen neuen Versuch gestartet, der chinesischen Infrastruktur-Initiative Konkurrenz zu machen. Er habe keinen Zweifel, dass die Demokratien „den Wettbewerb gewinnen werden“, sagte Joe Biden bei der Vorstellung des Plans. Nach dem Willen des amerikanischen Präsidenten sollen in den kommenden fünf Jahren 600 Milliarden Dollar für Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern zusammenkommen. Ein Drit­tel davon will Amerika beisteuern.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          Das klingt viel, ist aber mit Fragezeichen versehen. Ein Teil der Mittel soll von privaten Investoren kommen, die erst noch gefunden werden müssen. Die Europäische Union will offenbar Geld einbringen, das sie im vergangenen Jahr schon unter dem Namen Global-Gateway-Initiative versprochen hatte. Schon beim vorigen G-7-Gipfel in Cornwall hatte Biden einen ähnlichen Vorstoß gemacht, der bisher aber nicht weit gekommen ist.

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