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Corona-Proteste in Frankreich : Der Hass auf das System

17. Juli, vor dem Louvre in Paris: Eine Demonstration gegen die neuen Corona-Regeln Bild: AFP

Immer mehr Franzosen gehen gegen den Impfpass und eine vorgebliche „Gesundheitsdiktatur“ des Präsidenten auf die Straße. Dabei zeigen sie eine bedenkliche Staatsfeindlichkeit.

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          Frankreich entwickelt sich zur neuen europäischen Hochburg der Corona-Proteste. Eine den deutschen Querdenkern vergleichbare Bewegung hat sich über die sozialen Netzwerke formiert. Angetrieben wird der Anti-Vax-Protest von kommunikationserfahrenen ehemaligen „Gelbwesten“-Wortführern. Die Parolen werden immer radikaler. Gelbe Sterne mit der Aufschrift „Ohne Impfung“ haben die Warnwesten abgelöst. Was bleibt, ist der schier unbegrenzte Hass auf die Regierung unter Präsident Emmanuel Macron. Im Visier steht fortan die vorgebliche „Gesundheitsdiktatur“ Macrons.

          An diesem Wochenende gingen laut Angaben des Innenministeriums mehr als 160.000 Franzosen auf die Straße. Etliche hefteten sich Ohne-Impfung-Sterne an die Kleidung, um sich mit den verfolgten Juden zu vergleichen. Auf Plakaten waren Fotomontagen des Auschwitz-Tores zu sehen mit der Inschrift „Der Gesundheitspass macht frei“, auf anderen stand „Nein zum Nazi-Pass“. Geschwenkt wurden auch Macron-Porträts mit Hitlerbärtchen. Bislang wurden die unsäglichen Nazi-Vergleiche nicht geahndet. Die ganze Woche machten die französischen Querdenker mit Einzelaktionen auf sich aufmerksam. In Bordeaux, Straßburg und Toulouse gab es Demonstrationen. In Chambéry stürmten sie das Rathaus und rissen grölend das Amtsporträt Macrons von der Wand.

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