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Texas in der Doppelkrise : Friedhof der Bohrtürme

  • -Aktualisiert am

Eine „Stay home“-Order in der texanischen Stadt Odessa Ende April – inzwischen ist die Ausgangsbeschränkung teilweise aufgehoben. Bild: TAMIR KALIFA/The New York Times/

Texas, Öl und die Republikaner – das war lange Zeit ein erfolgreicher Dreiklang. Die Pandemie und der Preiskampf beim Erdöl haben den „Lone Star State“ jedoch in seine schwerste Krise gestürzt.

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          Patrick Payton erinnert sich noch gut an den Tag, an dem er begriff, dass in Midland bald nichts mehr so sein würde wie zuvor. Der Bürgermeister der westtexanischen Öl-Metropole war geschäftlich verreist. Es war der 8. März, ein Sonntag. Payton war gerade in seinem Hotel angekommen, als sein Sohn anrief: „Papa, das ist übel.“ – „Was?“, fragte er. – „Na, schau dir mal den Future-Markt an“, erwiderte der Sohn, ein Finanzanalyst aus Houston. Am nächsten Tag, sagt Payton, habe für Midland der Shutdown begonnen.

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Zwei Monate später sitzt der Bürgermeister im Ratssaal. Früh am Morgen hatte er noch anderweitig zu tun. Sein Geld verdient er als Wirtschaftsberater; Bürgermeister ist er ehrenamtlich. Payton empfängt Gäste, hält sich aber an die pandemiebedingten Abstandsregeln. Er sagt, in der Reihenfolge der Katastrophen sei die Öl-Krise für Midland die größere, wobei beide Krisen freilich miteinander zusammenhingen. An den Folgen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sind in Midland bisher neun Menschen gestorben. Es gibt neunzig Infektionsfälle, die Hälfte davon in einem Altenheim.

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