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Corona-Pandemie : So sieht Frankreichs Impfstrategie aus

Frankreichs Premierminister Jean Castex in Paris Bild: Reuters

Frankreich hat sich nach eigenen Angaben mehr Impfdosen gesichert, als es Einwohner hat. Schon bald soll eine große Impfkampagne starten. Bloß: 59 Prozent der Franzosen wollen sich gar nicht gegen Covid-19 impfen lassen.

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          Der Beginn einer großen Impfkampagne ist in Frankreich nur noch „eine Frage von Wochen“, hat Premierminister Jean Castex am Donnerstagabend gesagt. Er stellte die Impfstrategie vor, die in den nächsten Monaten verfolgt werden soll. In einer ersten Phase im Januar sollen zunächst Bewohner von Altenpflegeheimen (Ehpad) und Pflegepersonal geimpft werden. Die Regierung geht davon aus, eine Million Risikopersonen impfen zu können. Mehr als ein Drittel der Covid-19-Toten lebten in Altenpflegeheimen.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Castex erläuterte, Frankreich habe sich 200 Millionen Impfdosen gesichert, was eine Impfung von 100 Millionen Personen ermögliche. „Das deckt mehr als unseren Bedarf“, sagte Castex. Es sei ein Sicherheitsüberschuss vorgesehen, weil sich einige Impfstoffe als weniger wirksam erweisen könnten. Außerdem solle vermieden werden, dass es zu Engpässen komme. Castex spielte damit auf die Engpässe bei der Versorgung mit Schutzmasken und Schutzkleidung bei Ausbruch der Epidemie an, die der Regierung noch immer angelastet werden. Der Untersuchungsausschuss der Nationalversammlung hat der Regierung in seinem Abschlussbericht schwere Mängel im Krisenmanagement vorgehalten.

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          Castex hob hervor, dass Frankreich von der gemeinsamen europäischen Strategie bei den Impfstoffen profitiere. Der Impfstoff soll allen Franzosen kostenlos zur Verfügung stehen. Castex sagte, dass die Regierung erwarte, dass vor dem 29. Dezember die Impfstoffe von Pfizer/Biontech und von Moderna durch die europäische Arzneimittelagentur ihre Zulassung erhielten. In einer zweiten Phase sollen die Impfungen allen älteren oder gesundheitlich fragilen Menschen angeboten werden. Die Regierung will 14 Millionen Menschen impfen.

          In der dritten Phase im Frühsommer soll mit der Impfung der anderen Bevölkerungsgruppen begonnen werden.  Die Regierung ernannte einen „Monsieur Impfung“, den Immunologen Alain Fischer, der die Impfkampagne überwachen und in der Öffentlichkeit erklären soll.

          In Frankreich ist die Zahl der Impfgegner sehr hoch. 59 Prozent gaben in einer jüngsten Umfrage an, sie lehnten es ab, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. Der Premierminister betonte, die Impfung sei eine der wichtigsten Waffen gegen das Virus. Die Entwicklung in Frankreich entspanne sich langsam, sei aber fragil. „Wir müssen auf jeden Fall vermeiden, dass auf die Feiertage eine neue Ansteckungswelle folgt“, sagte er.

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