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Corona-Pandemie : Österreich braucht bald keinen Mundschutz mehr

Bald ohne Mundschutz: Österreichischer Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) Bild: dpa

Österreich lockert die Corona-Beschränkungen und schafft die Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes vom 15. Juni an weitgehend ab. Jetzt will die Regierung mit den Bundesländern darüber verhandeln, wie eine „Regionalisierung“ der Maßnahmen geregelt werden könnte.

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          In Österreich werden die Restriktionen wegen der Corona-Pandemie weiter gelockert. Vom 15. Juni an soll die Verpflichtung zu einem Mund-Nasen-Schutz in öffentlich zugänglichen Gebäuden weitgehend fallen. Die Sperrstunde in der Gastronomie wird von 23 auf 1 Uhr ausgeweitet. Außerdem soll dann keine Begrenzung mehr auf vier Erwachsene pro Tisch in Gasthäusern bestehen. In Schulen, Geschäften und Einkaufspassagen wird man dann keine Gesichtsmaske mehr tragen müssen, nur noch Dienstleister wie Friseure. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) gab am Freitag das Motto aus: „Weniger Regeln und mehr Eigenverantwortung.“

          Stephan Löwenstein

          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Im Nationalrat in Wien wurde zuvor ein korrigiertes Budget beschlossen. Damit wurde ein Schnitzer ausgebessert, der Finanzminister Gernot Blümel zuvor unterlaufen war. Er hatte ursprünglich seinen Haushaltsentwurf aus Vor-Corona-Zeiten einbringen wollen, schwenkte im letzten Moment auf Kritik der Opposition ein und berücksichtigte doch näherungsweise die absehbaren zusätzlichen Kosten. Dabei wurden aber durch eine offensichtlich versehentliche Auslassung Milliardenbeträge im Budget zu Hunderttausenderbeträgen. Deshalb konnte das Budget nicht wie vorgesehen am Donnerstag verabschiedet werden, dank einer nächtlichen Korrektur dann aber am Freitag.

          Die Lockerungsankündigungen setzten zu diesem Geschehen einen nachrichtlichen Kontrapunkt. „Wir dürfen heute wieder einmal gute Nachrichten verkünden“, sagte Kurz in einer Pressekonferenz. Gesundheitsminister Rudolf Anschober begründete die zuletzt beschleunigte Öffnung damit, dass es seit den ersten Lockerungen „keine negativen Auswirkungen“ gegeben habe, sondern eine „extrem positive Veränderung“ in Österreich. Schon am Freitag waren früher angekündigte Lockerungen in Kraft getreten: Bühnen und Kinos dürfen – mit Abstandsregeln – wieder geöffnet werden, ebenso Schwimmbäder und Fitnessstudios und Veranstaltungen wie etwa der Wiener Prater. Die Regierung in Wien verhandelt nun mit den Bundesländern darüber, wie eine „Regionalisierung“ der Maßnahmen geregelt werden könnte, falls in bestimmten Regionen die Zahl von Corona-Infektionen wieder ansteigen sollte.

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