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Pandemie in Südostasien : Wieder trifft es die Ärmsten

Pandemie auf den Philippinen: Menschen warten in einem Stadion in Manila auf ihre Coronavirus-Schnelltests. Bild: dpa

Die Corona-Pandemie hat in Südostasien fatale Folgen für Wohlstand und Demokratie. Das erste Mal seit Jahrzehnten nimmt die Armut in der Region deshalb zu – und das Ausgangsland der Seuche profitiert von der Krise.

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          In Südostasien haben die meisten Regierungen das Coronavirus vergleichsweise gut in den Griff bekommen. In Ländern wie Vietnam, Thailand und Singapur liegt die Zahl der Neuinfektionen bei null oder tendiert in diese Richtung. Dabei profitierten einige der Länder von ihren Erfahrungen mit der Sars-Krise 2003. Erreicht haben sie ihren Erfolg vor allem mit strengen Grenzschließungen und Lockdown-Maßnahmen. Bis heute sind grenzüberschreitende Reisen dort extrem eingeschränkt, mit Ausnahme punktueller Einzelmaßnahmen für Touristen und Geschäftsreisende. Nicht alle Länder waren jedoch bei der Bekämpfung der Pandemie gleich erfolgreich. So haben die Zahlen auf den Philippinen und in Indonesien wieder deutlich angezogen. Auch die Entwicklung in Burma gibt Anlass zur Sorge.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Auf der anderen Seite stehen die Folgen, die Grenzschließungen und Lockdowns für die Wirtschaft, die Demokratie und die Integration in der Region haben. Länder wie Thailand und Singapur sind von dem Einbruch der Wirtschaft besonders betroffen, Thailand durch seine hohe Abhängigkeit vom Tourismus und Singapur durch seine Rolle als Finanz-, Wirtschafts- und Logistikdrehkreuz Südostasiens. Etwas besser steht Vietnam da, das trotz rigoroser Maßnahmen für dieses Jahr noch ein Wachstum von mehr als zwei Prozent anstrebt. Die Weltbank berichtet, dass der Zuwachs in Ostasien in diesem Jahr nur noch 0,9 Prozent betragen werde. Es wäre das niedrigste Wachstum seit 1967. Mit Ausnahme Chinas werde die regionale Wirtschaft im Durchschnitt sogar um 3,5 Prozent schrumpfen.

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