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China und der Fall Li Wenliang : Bloß kein Symbol des Widerstands

Li Wenliangs Warnungen vor dem Coronavirus wurden zunächst nicht gehört. Als er selbst an einer Infektion mit dem Virus starb, forderten viele namhafte Wissenschaftler mehr Redefreiheit in China. Bild: AP

Macht die fehlende Redefreiheit China anfällig für Krisen? Der Arzt Li Wenliang hat früh vor Corona gewarnt. Dass er mundtot gemacht wurde, empörte viele. Die Polizei gesteht nun Fehler ein. Forderungen nach Reformen erteilt die Führung eine Absage.

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          „Ist das alles?“ hieß es tausendfach im chinesischen Internet, nachdem die Aufsichtskommission am Donnerstagabend ihren Abschlussbericht zum Fall des verstorbenen Wuhaner Arztes Li Wenliang vorgelegt hatte. Andere verliehen ihrem Unverständnis Ausdruck, indem sie einfach nur ein Fragezeichen posteten. 42 Tage hatte die Untersuchung gedauert. Sie war eingeleitet worden, nachdem der Tod des Arztes, der an Covid-19 erkrankt war, eine Welle der Trauer und der Wut in China ausgelöst hatte.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          Die Untersuchung konzentrierte sich auf die Umstände, unter denen Li Wenliang von der Polizei mundtot gemacht worden war, nachdem er als einer der ersten vor den Gefahren des neuen Coronavirus gewarnt hatte. Am 30. Dezember hatte er in einem Gruppenchat mit befreundeten Ärzten vor einer Häufung von Fällen einer Sars-ähnlichen Viruserkrankung gewarnt und die Kollegen zur erhöhten Wachsamkeit aufgefordert. Am 3. Januar war er deshalb von der Polizei einbestellt und gezwungen worden, eine Art Selbstkritik zu unterschreiben, in der er der Verbreitung von Gerüchten bezichtigt wurde.

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