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Wegen Corona-Lage : Österreich spricht Reisewarnung für Tirol aus

Eine menschenleere Straße im österreichischen Mayrhofen in Tirol im Februar 2021 Bild: dpa

Wegen der teils als brisant eingeschätzten Corona-Lage rät Wien von Reisen ins eigene Bundesland dringend ab. Aus Tirol hatte es zuvor Drohungen gegen die Regierung gegeben.

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          In Österreich hat  am Montag die Regierung eine Reisewarnung für das eigene Bundesland Tirol ausgegeben. Dem war ein tagelanges Tauziehen zwischen Wien und der Landeshauptstadt Innsbruck vorausgegangen, wie auf die dortige Entwicklung bei Corona-Infektionen zu reagieren sei. Insbesondere geht es um die Verbreitung der sogenannten Südafrika-Mutante, die in Tirol in rund 300 Fällen belegt worden sei, wie die Bundesregierung am frühen Nachmittag mitteilte.

          Stephan Löwenstein

          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Konkret teilte die Bundesregierung mit, sie „warnt vor nicht notwendigen Reisen nach Tirol und ersucht, nicht notwendige Reisen nach Tirol zu unterlassen“. Alle, die sich in den vergangenen zwei Wochen in Tirol aufgehalten haben, sollten sich testen lassen. „An alle, die aus Tirol in ein anderes Bundesland reisen gilt die dringende Aufforderung, unmittelbar vor der Reise einen Covid-19-Test zu machen.“

          „Wir werden uns kennenlernen“

          Tirol hatte sich heftig dagegen gewehrt, stärkeren Einschränkungen als andere österreichische Regionen unterworfen zu werden, gar einer vollständigen Quarantäne. Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) befand am Wochenende: „Das geben die Daten nicht her.“ Ein Tiroler Wirtschaftsfunktionär drohte, falls das Bundesgesundheitsministerium doch etwas in dieser Richtung unternehme, werde es „uns kennenlernen“.

          Bundeskanzler Sebastian Kurz, als ÖVP-Vorsitzender Parteichef Platters, sagte, man müsse alles unternehmen, um zu verhindern, dass sich die Südafrika-Mutante weiter ausbreite. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) äußerte: „Unser gemeinsames Ziel ist es, den Gesundheitsschutz der Bevölkerung sicherzustellen und die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Dazu müssen wir jetzt alle beitragen. Wir überprüfen die Lage laufend – Zusatzmaßnahmen sind jederzeit möglich.“

          Die Regierung teilte die Einschätzung mit, die aus Großbritannien stammende Mutante verbreite sich bereits zunehmend in der Europäischen Union und in Österreich. „Die südafrikanische Mutation tritt noch wesentlich geringer auf, ist aber noch bedrohlicher, weil bei Impfstoffen eine verminderte Wirkung zu befürchten ist, genaue Details sind noch nicht geklärt.“ Nach Einschätzung von Fachleuten lägen derzeit 293 belegte Fälle der südafrikanischen Mutante in Tirol vor, die Zahl der aktiven Fälle werde auf zumindest 140 geschätzt.

          Es sei davon auszugehen, „dass es zu mehr und mehr Clustern mit der Südafrika-Mutation in der EU und in Österreich kommen wird und durch vermehrte Testungen mehr und mehr Fälle der Mutation festgestellt werden können. Auch wenn sich dies nicht verhindern lässt, so ist alles zu tun, um diese Cluster so gut wie möglich regional einzugrenzen und eine Verbreitung auf andere Regionen möglichst zu verhindern,“ heißt es in einer Regierungsmitteilung. „Darüber hinaus ist mit der Tiroler Landesregierung vereinbart, dass die Situation in Tirol täglich evaluiert wird, ob die Maßnahmen zum Schutz der Tirolerinnen und Tiroler auch greifen.“

          Tirol hatte zuvor ein Maßnahmenpaket präsentiert, das etwa einen Aufruf an die Bevölkerung zur allgemeinen Mobilitätseinschränkung, die Vorschreibung von negativen Antigen-Tests für die Seilbahn-Nutzung sowie flächendeckende PCR-Tests in Bezirken mit hoher Sieben-Tages-Inzidenz vorsieht. Das ging dem Bund aber nicht weit genug.

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